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Weshalb ich Kettcar so liebe

Ich habe jetzt hier einfach mal ein paar Zitate aufgeschrieben, die mir, teilweise seit Jahren, im Kopf hängen geblieben sind. Nicht alle sind gleich gut, nicht alle ergeben aus ihrem Kontext gerissen überhaupt einen Sinn. Aber es gibt da draußen ja genug Menschen wie mich, die bei Songs vor allem auf die Texte achten. Und vielleicht kommt dank dieses Beitrags ja jemand auf den Geschmack. 🙂

Wie sich das gehört sind die Zitate, bzw. die Songs aus denen sie stammen, nach Album und Track-Nummer sortiert. Die Alben sind selbstverständlich chronologisch sortiert. 🙂

Neben den Songs die hier Erwähnung finden gibt es aber natürlcih noch diverse andere, mindestens eben so gute Songs von den Hamburgern — aber aus denen lässt sich dann vielleicht nicht so gut zitieren. „Academy“ ist z.B. so ein Fall.

DU UND WIEVIEL VON DEINEN FREUNDEN

Ausgetrunken

„Und wenn das alles ist: okay / Nur schade wenn man mehr erwartet / Der Teil, den ich versteh / Ist: Home ist nun mal where your heart is.“

Money left to burn

„Und ihr wisst ja wie das ist / Es ist das Geld kommt aus der Wand. / Und ist es schließlich erstmal da / Erinnert sich keiner mehr daran / Wie’s dahin kam, was geschah / nur dass es weg muss, das ist klar.“

Landungsbrücken raus

„Die Erinnerungssplitter liegen herum / ich tret‘ rein.“

„Als man ankam wollte man werden, die Geschichte schreiben, / die doofen sollen sterben, der Plan / als man damals nach Hamburg kam.“

Balkon gegenüber

„und beim letzten Blick nach drüben / denk ich noch: viel Glück heut‘ Nacht und viel Glück demnächst / wenn du weiter machst oder untergehst / wenn du aufhören willst und einsehen musst / zwischen „komm zurück“ und „wirklich Schluss“.

Jenseits der Bikinilinie

„All die bitteren Momente in Fragmenten auf dem Boden / hier die Summe unseres Alltags in zwei gepackten Koffern“

Im Taxi weinen

„Es ist auch nur die Angst, die bellt, wenn ein Königreich zerfällt / in ziemlich genau zwei gleich große Teile / Past und present future und Selbstmitleid für alle. / Jeder bringt sich selbst allein nach haus“

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint / in Empfindsamkeit vereint. Ein befindlichkeitsfixierter Aufstand.“

„Nur bitte was für ein Verständnis von Erkennen und Erkenntnis, / wenn ich sage: Geld allein macht auch nicht glücklich? / Aber irgendwie schon besser im Taxi zu weinen als im HVV-Bus, / oder nicht?“

VON SPATZEN UND TAUBEN, DÄCHERN UND HÄNDEN

Deiche

„Ein Volk steht wieder auf, na toll / Bei Aldi brennt noch Licht / Du weißt: Deiche brechen richtig / Oder eben nicht“

„Du hoffst: Erste Person Plural. Weißt: Aber nicht mit mir / Es ist schwer zu erlangen und leicht zu verlieren“

„Nur weil man sich so dran gewöhnt hat / Ist es nicht normal / Nur weil man es nicht besser kennt / Ist es nicht / Noch lange nicht / Egal (egal, egal, egal)“

Die Ausfahrt zum Haus deiner Eltern

„Gang 5 und gleich 180 / Schließe die Augen, zähle bis 10 / Und dann wieder auf / Hey, noch am leben! / Lenkrad umklammert, hallo Herzkammer“

„Erst war es nah und dann kamm es näher / Erst in die Hölle und dann zu IKEA / Die Ausfahrt zum Haus deiner Eltern / Seit einigen Stunden verpasst.“

48 Stunden

„Du betratst den Raum und wir wussten Bescheid / Ich und mein Stolz wussten: gleich ist es vorbei / Du hast die Sätze einstudiert: „Das musst du doch verstehen / So eine Chance kommt nie wieder.“ / Du gehst tränenreich in eine höhere Liga.“

„Eine grenzenlose Liebe gegen die paar hundert Kilometer / und wenn das hier mal ein Traum war, ist er böse denn hier geht er.“

„Wir sind nicht dafür geschaffen uns zu belügen / und 48 Stunden können allen, aber nicht uns genügen“

„und ich weiß genau dein Herz ist gut / und weiß ganz genau meins wird zu Stein / und ein letzter flotter Spruch zum Schluss / nicht von Anfang an gewusst / nicht von Anfang an geahnt“

„Mach immer was dein Herz dir sagt / und begrab‘ es an der Biegung des Flusses“

Balu

„Manche sagen es wär‘ einfach, ich sage es ist schwer / Du bist Audrey Hepburn und ich Balu der Bär“

„Gesucht und gefunden / und du vergisst, was du weißt / in dem Gefühl wir wär’n eins / und du vergisst, wie du heißt“

„Manche sagen es wär‘ einfach, ich sage es ist heikel / Du bist New York City und ich bin Wanne-Eickel“

„Wie die Dinge sich wohl anfühlen / wenn sie denn noch ganz wär’n / ein Lebenslauf gebaselt, mit den Händen eines Tanzbären“

Stockhausen, Bill Gates und ich

„Auf deinen Shirts steh’n die Dinge / die du gerne wärst / nicht die du bist / was im Grunde völlig in Ordnung ist / nur: wir können alle lesen / und du bist nie ein Dreckstück gewesen / anders als die anderen, also anders als man selbst“

„Es ist besser für das, was man ist, gehasst, / als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden“

Anders als gedacht

„also was ist: zu erkennen, dass man glücklich war ist leicht / na also was wird: zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst“

Die Wahrheit ist, man hat uns nichts getan

„Drei Erfahrungen später / fünf geplatzte Träume / und gut und gerne / ein verlorener Glaube / es war egal was alle sagten / die ganze Wahrheit ist / man hat uns nichts getan“

Handyfeuerzeug gratis dazu

„also haltet euch fest und trocknet die Augen / hier verliert keiner, keiner den Glauben / man lässt nie los, was man liebt / war, ist, bleibt: immer Musik / Das Leben ein Freeway, die Seele bei eBay / Kettcar gehen zum Lachen in den Keller / als Powerseller“

„Die ist kein Tempel, den du leise betrittst / weise verlässt. Irgendwann. / Aber auch kein Supermarkt, in dem man alles kaufen kann“

„Und wie es da war, als gar nichts mehr war / ganz egal, ich kann es spüren / kann mir irgendwer erklären / warum Sterne eigentlich verglühen? / Ein Handyfeuerzeug gratis dazu / wer hört hin, was meinst du? / Wenn sich Öltanker beklagen / gekommen um danke zu sagen“

Nacht

„Meine Welt aufgehoben und ich / kann die Welt in 3 Wörtern erklären / wenn ich denn müsste / dort hinten wird’s hell“

„Und schwarz wird zu grau wird zu rot wird zu Licht / und benommen, verschwommen erkennen was man will / meine Welt aufgehoben, meine Welt in 3 Wörtern erklärt“

SYLT

Graceland

„Freitagabend, Altbau, 4. Stock / wir nennen es Party / Wir betreten die Haupthalle durch den Westflügel / Luft ist geschwängert mit Lügen wie: / Man ist immer so alt wie man sich liebt / Da ist man dann besser dabei / Und jeder Satz fängt an mit „eigentlich…“ / und endet nicht.“

„Und ich weiß, weiß, weiß der King ist der König / Nur die tote Idee am Ende zu wenig / Wenn alle nackt sind, wer ist dann der Rebell?“

„Distinktion und Einbauküche / Dort hinten verteilen sie die Wachsmalstifte / Ich glaube die Styler die anders sein wollen, wollen malen / nach Zahlen“

Am Tisch

„Ich bin nicht verbittert / probier das nur aus / Jetzt nach dem Essen / ich will eigentlich nur noch nach Haus / Sie geben nicht an / sie lassen nur wissen / Bin ich noch ungerecht oder schon neidisch? / Es sind deine ältesten Freunde / Wohl beides / Es schimmert nur durch / Es steht in der Luft zwischen uns“

„Ein Toast / auf das Leben / das Glück / nur ich, ich komm‘ nicht mehr mit / mit dem Leben / dem Glück“

Wir müssen das nicht tun

„Und dann die Stille / eine Stille / die die dümmsten Sätzen sagen lässt / damit nur keine Stille ist“

„Es liegt wirklich nicht an dir. / All die dummen kleinen Sätze, die nur helfen wollen / sie helfen immer nur / immer nur dem, der sie sagt / und helfen niemals dem, / der sie hört / ungefragt“

Fake for real

„Für die einen sind es Menschen / mit Augen, Mund, Ohren / Für die anderen Kostenfaktoren“

„Und dann auf der bösen falschen Seite / vom Flachbildschirmmonitor / „Wir waren eigentlich immer zufrieden mit Ihnen“ / Und das meint jetzt und hier: / Da ist die Tür“

Würde

„Jetzt ist es zu spät / um in Würde zu sterben / Und es sah wirklich so aus / als ob man die Wahl hat / zwischen raus aus allem / nicht mehr können / und reiß dich endlich zusammen“

ZWISCHEN DEN RUNDEN

Rettung

„Du sagtest „Lass mich zurück. / Du kannst es schaffen ohne mich“ / Ich sagte: „Nein, ein Marine lässt niemanden im Stich. / Wir haben’s gleich geschafft“ / Und ich ging langsam durch die Nacht“

„Als die Sabberfäden zart mein Ohr streiften / als wir mit allerletzter Kraft unser Fort erreichten / Als du’s grade noch ins Bad schafftest, aber nicht zum Klo / und dann irgendwas in den Haaren hattest / und ich wusste wieso“

„Es ist nicht das, was man empfindet / nicht nur das, was man fühlt / nicht, was man voller Sehnsucht sucht / Liebe ist das, was man tut“

„Und im Türrahmen ein letzter Blick / auf dich und auf das Bild des Elends / auf dem Küchentisch dann eine Zeile / „Guten morgen, Liebe meins Lebens““

Im Club

„An die verpassten Chancen / das letzte Aufbäumen / die platzenden Träume / oh kommt, kommt alle kurz zusammen“

R.I.P.

„Die Stille im Haus, das Schweigen zum Schluss / Haare im Kissen und Haare im Abfluss / gemeinsame Zukunft, das Leben danach / die Materialschlacht“

„Die Hoffnung, der Stolz, das wahre Gesicht / der eiserne Wille und wie er zerbricht / die Kämpfe, die Ohnmacht, der stechende Schmerz / und das stolpernde Herz“

Ein Mann kommt in die Bar

„Und am Glücksspielautomaten hofft ein Mädchen, dass die Sonne jetzt aufgeht / Wie der Holzpfahl in einem Garten jedes Jahr hofft, dass er grün wird, wenn der Frühling vor der Tür steht.“

„Das Mädchen sagt: Man sollte / vielleicht aufhören zu hoffen / Das Dach ist dicht, das Bier ist kalt / Das Herz ist längst gebrochen / Und der Hafen bringt nur dem was, der zurückkommt / und die bestgemeinteste Revolote nur dem was, der sie wollte“

„Vielleicht, vielleicht ist es nicht leicht, das alles zu ertragen / Die Hoffnung ist schon vorgerannt, um das Grab schon mal zu graben“

Weil ich es niemals so oft sagen werde

„Wenn in den perfekten Momenten die Wörter sich hinter uns aufbauen / Bis ein Fremder dann schreit / „Schnitt! Auf Anfang! Licht stimmt nicht / Und denk an die Pause / Bei ‚Ich liebe‘ und ‚dich‘. / Von vorne mehr Licht auf die Beiden! / Und bitte wo bleiben die Geigen?““

„Weil man sich ständig selber fragt / Ob ein Lügner jetzt dasselbe sagt / Ich vertraue diesen Wörtern nicht, / nicht ihrem Wert und ihrem Gewicht“

In deinen Armen

„In deinen Armen / hab ich kurz vergessen / Dass sie hinter mir noch schießen / und schwache Herze zerbrechen“

„Du sagst, nach allem, was du weißt / ist noch nie ein Boxer in den Kampf gegangen, / der „Vorsicht“ heißt“

„Bei der Haustür an der Wand / Steht Thomas plus Mareike / Und wenn wir heute beide sehen / ist er allein, allein, allein / Und sie ist irgendwo und sagte noch im Gehen: / Wer einem alles geben kann, / kann einem auch alles nehmen“

„Du sagst nach allem, was du weißt / Hast du noch nie ein Pferd ein Rennen gewinnen sehen, / das „Trübsal“ heißt“

Erkenschwick

„Und die Züge fahren hier im Minutentakt, wohin du gar nicht willst“

„Während die Weisen hier noch stehen und grübeln, / erobern die Dummen längst den Berg“

„Er Schreit: Scherben bringen immer noch Glück, / Doch das Glück ist eine einfältige Kuh / Wie du siehst, läuft es immer nur den dümmsten Ochsen zu“

Ein Zimmer

„Zwei Mann in einem Raum / Under eine fragt nach Chancen / Und der andere sagt: wohl kaum“

„Die Sonne fällt ins Fenster, durch den Vorhang in das Zimmer / Und der der Glaube ruft ‚Betrüger‘ zu dem letzten Hoffnungsschimmer / Der Schmerz vergeht, vergeh‘ auch du: Schlachthofromanze / Dabei gewesen sein ist eine stille Friedhofspflanze“

„So sitzen beide auf ihren Betten und rudern in ihren Decken dem Horizont entgegen / Aber die, die hier kämpfen und ringen, sind die, die noch leben“

„Und der eine wirft den Stuhl um, sagt: wenn alles ganz verloren ist/ wissen wir, was wir noch leben / und der andere zieht seinen Turm von E3 auf E7“

„Und der eine sagt, was du erlangen kannst, das stillt nicht dein Verlangen / Und was dein Verlangen stillt, das kannst du nicht erlangen“

Published inAllgemein

4 Comments

  1. Leenchen Leenchen

    Verdammt hast du Recht! Toll geschrieben und bestens zitiert… Sooo viele Zeilen dabei die ich seit Jahren nicht mehr aus dem Kopf bekomme… Alle Achtung, gefällt mir gut 🙂

  2. annie annie

    Wahnsinn, so viel was ich genauso immer wieder mal im kopf habe und Sätze, für die ich kettcar einfach liebe. Danke für die tolle zusammenstellung!

  3. Mir gehts wie dir! Leider habe ich die Band erst nach ihrer Auflösung entdeckt – letzten Sommer lief eine Live Übertragung im Fernsehen.
    Ich saß vorm Fernseher und dachte mir nur „Was ist das?!!!“
    Ich war hin und weg.

    Deiche
    Die Wahrheit ist …
    48 Stunden
    ….
    <3

    • ischack ischack

      Jetzt gibt’s ja erst mal Marcus Wiebusch solo. Auch sehr geil.

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