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Schlagwort: Spotify

Spotify ist immer noch nicht gut genug

Ich stand bis heute Morgen vor der Wahl eines neuen Tarifs bei meinem Mobilfunkanbieter, Telekom/T-Mobile. In dem Tarif, für den ich mich am Ende entschieden habe, habe ich die Wahl zwischen einer Spotify-Flat und zusätzlichen 200MB mtl. Datenvolumen. Aus politischer Sicht bin ich natürlich ein Gegner der Spotify-Flat. Aber ich wollte mir dennoch angucken, ob das grundsätzlich für mich taugen würde. Schließlich hat man auf so einem iPhone _immer_ zu wenig Speicherplatz und wenn ich keine Musik mehr drauf spielen müsste, weil ich immer alles aus der Cloud streamen könnte, ohne nach vier Tagen in die Volumen-Grenze zu rennen, wäre mir tatsächlich geholfen.

Ich höre meist sehr gezielt Musik, lasse also z.B. Spotify oder auch iTunes nicht einfach dudeln. In iTunes habe ich einen Ordner, der “The Best” heißt. Darin befinden sich Playlisten mit meinen persönlichen Best-Ofs der folgenden Künstler: U2, Tomte, Thees Uhlmann, Rolling Stones, Scrubs (Soundtracks), R.E.M., Oasis, Nirvana, Michael Jackson, Matchbox 20, Kettcar, Joss Stone, Jonathan Coulton, Glee (Ja!), Foo Fighters, Alanis Morissette, The Beatles, Fury in the Slaughterhouse und Bob Dylan.

Hier eine Auflistung mit Anzahl der Songs und der Anzahl der Songs, die es davon bei Spotify nicht gibt (absolut und relativ).

InterpretSongsSongs nicht in SpotifyProzentual
U225520
Tomte/Thees Uhlmann23522
Rolling Stones49816
Scrubs451431
R.E.M.4600
Oasis43614
Nirvana19190
Michael Jackson892022
Matchbox 201816
Kettcar30723
Joss Stone2200
Jonathan Coulton25312
Glee311755
Foo Fighters15213
Alanis Morissette2129
The Beatles7575100
Fury in the Slaughterhouse37924
Bob Dylan2300
TOTAL63619330

Diese Tabelle zeigt meines Erachtens recht eindrucksvoll, weswegen Spotify auch 2014 keine Lösung für mich sein kann. Bei einem Querschnitt durch recht verschiedene Musik-Stile und sehr unterschiedliche Künstler mit über 600 Songs, hat Spotify (gerundete) 30 Prozent nicht im Angebot. In plastischeren Zahlen heißt das, dass Spotify ungefähr einen von drei Songs, die ich hören möchte, nicht liefern kann.

Da nehme ich doch lieber die zusätzlichen 200MB und „notfalls“ Musik, die ich hören möchte aber nicht dabei habe, via iTunes Match aus der iCloud.

Habt ihr ähnliche oder ganz andere Erfahrung mit Spotify gemacht?

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Ist Schweden die neue USA?

Wann immer es um Neuerungen aus der Tech-Welt geht, geht der Blick automatisch ins „Valley“ in den USA. Dort und in der Umgebung sitzen sie, die großen Tech-Firmen der letzten Jahre. Dort zieht es alle hin, die etwas im Web bewegen wollen.

Aber ist das nicht etwas zu kurz gedacht? Klar, mit Facebook, Apple und Co sitzen die wirklichen Schwergewichte noch immer in Kalifornien. Aber zumindest wenn es um Dienstleistungen geht, ist da in den letzten Jahren wenig spektakulär Neues gekommen. Zumindest nichts, was auch nur entfernt an den Erfolg von Spotify heran kommen würde. Denn Spotify ist dabei, die Musikindustrie komplett umzukrempeln.

Ich war neulich auf einer Veranstaltung, auf der auch der Spotify-Chef gesprochen hat. In Schweden, Spotifys Heimatland, ist Spotify die ganz klare Nummer eins wenn es um den Konsum von Musik geht. Aus dem Kopf zitiert: Mehr als die Hälfte aller Schweden haben einen Spotify-Account und jeder nutzt Spotify im Schnitt zwei Stunden pro Tag(!).

Mit Readly startet, ebenfalls in Schweden nun das Spotify für (digitale) Zeitschriften. In Schweden werden derzeit die Probleme der digitalen Welt gelöst, nicht in den USA. Dort werden sie durch vollkommen undurchsichtige Lizenzen und Lizenzvergaben erst geschaffen.

Überhaupt sollte man bei allem technischen Foo lieber nach Schweden und ganz Skandinavien gucken als in die USA. In den USA gibt es marode Stromnetze, einen kaputten Fernseh-Markt, merkwürdige Internetanbieter und gleich mehrere Mobilfunknetze, die in den 1990ern stecken geblieben sind, während in Skandinavien die Bits und Bytes auch durch die Luft fließen wie es im Paradies Milch und Honig tun. Deshalb hat man in Dänemark auch am Strand noch einigermaßen okayen UMTS-Empfang, während es in Deutschland nicht wenige „weiße Flecken“ in bewohntem(!) Gebiet gibt.

Vom Norden lernen, heißt Zukunft lernen und „Go West“ war gestern.

PS: Nokias Smartphone-Engagement ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. 🙂

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