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Monat: Dezember 2013

Ein Video zur Hochzeit. Ein cooles Geschenk.

Am vergangenen Wochenende wurde mir die Ehre zu Teil, Trauzeuge bei einer Hochzeit zu sein. Als solcher gewinnt man natürlich jede Menge an zusätzlicher Aufgaben. Vor allem was die Organisation der Festivitäten anbelangt. Deshalb habe ich mich in den letzten Wochen intensiver mit dem Thema beschäftigt und lange überlegt, was man nettes im Rahmen Hochzeitsfeier machen könnte. Gesucht wurde etwas, das über die üblichen Dia-Shows hinausgeht. Die sind zwar immer wieder unterhaltsam aber dennoch recht einfallslos.

Spannender wird das ganze schon mit einem Video. Denn Videos, respektive deren Erstellung sind für viele Menschen (selbst in meiner Generation) noch ein Buch mit mindestens sieben Siegeln. Umso beeindruckender wirkt so ein Video dann eben auch. Das Brautpaar besteht aus zwei recht unterschiedlichen aber dennoch zueinander passenden Charakteren und hat viele, viele Freunde, die nicht auf den Mund gefallen sind.
Während des Polterabends habe ich also immer mal wieder Anwesende in einen Raum abseits des Geschehens gezogen und dort mit ein paar Fragen zu den beiden baldigen Eheleuten konfrontiert und sie in die Kamera antworten lassen. Hinterher habe ich da ganze nett zusammengeschnitten. Et voilà!

Falls ihr so was auch mal für eine Feier (Geburtstage, Jubiläen, … gehen da ja auch) überlegt, hier ein paar Dinge, die ich dabei gelernt habe:

1. Ein Clip pro Person vs. Ein Clip pro Antwort
Ich habe mich zuerst gefragt, ob ich einfach auf Aufnahme drücke und dann das virtuelle Band laufen lasse, bis ich mit der jeweiligen Person fertig bin oder ob ich nach jeder Antwort einen Schnitt mache. Letzteres erleichtert die Nachbearbeitung, da man halt nicht jede Aufnahme in zig Teile zerlegen muss. Dafür ist aber auch die Chance groß, dass man am Ende eine lustige Äußerung oder Geste nicht mit aufnimmt. Ich habe mich also für Alternative A entschieden und bin damit gut gefahren.

2. Menschen können die Finger nicht von Dingen lassen
Auch nicht von Mikrofonen. Wenn du mit einem Ansteckmikrofon arbeitest oder der interviewten Person ein Mikro in die Hand drückst: Guck mehrfach nach, ob die Person das Mikrofon nicht zufällig ausgeschaltet hat!

3. Man kann gar nicht genug Speicher haben
Alte Weisheit, ich weiß. Aber trotzdem. Wenn du glaubst, deine 32GB SD-Karte wird schon reichen, pack lieber noch eine mindestens halb so große dazu ein. Du möchtest nicht am kleinen Kamera-Display entscheiden müssen, welche Clips du löschen kannst, um mehr Platz für neue Clips zu schaffen. Erst mal alles mitnehmen und später am Computer sortieren.

4. Gute Software ist unerlässlich
Wenn man einen modernen Mac hat und die Ansprüche nicht allzu hoch sind, ist iMovie wirklich ein gutes Werkzeug. Auch wenn es mit abstand die komplizierteste Apple-Software sein dürfte. Zumindest im Konsumenten-Bereich. Wenn du häufiger mit Videos arbeiten möchtest, lohnt sich der GAng in den Mac App Store und der Erwerb von Final Cut Pro X von Apple. Wenn du keinen Mac hast: Tough luck wie der Brite sagt. Von Windows-Tools habe ich keine Ahnung.

5. Testpublikum
Bevor du auf die Bühne gehst und dein Machwerk ankündigst und zeigst, such dir ein paar Freunde, denen du das Video vorab zeigst. Sie werden dir sagen, ob das Video zu lang ist (und damit irgendwann langweilig wird), ob bestimmte Personen zu häufig drin vorkommen oder ob das Video sonstige “Fehler” aufweist.

6. Hab das Video auf verschiedenen Medien dabei
Man weiß nie, was so alles passiert. Der Beamer hat keinen HDMI-Eingang, du hast aber deinen DVI-Adapter für den Mac vergessen. Der Beamer ist kaputt. Ach, man kann sich gar nicht ausdenken, was alles schief laufen kann. Ich hatte bei meiner Präsentation diverse Backups parat. Neben den Original-Dateien auf meinem Mac hatte ich die gleichen Datei als Kopie auf einem USB-Stick und einer DVD (ja, wirklich!) dabei. Außerdem lagen die Videos noch in meiner Dropbox und (als “privat” markiert) auf YouTube und Vimeo. Overkill? Vielleicht ein bisschen. Aber es hätten schon eine Menge sehr abstruser Zufälle zusammen kommen müssen, damit der Video-Part ausgefallen wäre. Better to be safe than sorry!

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Podcast-Workshop in Kiel

Auf dem diesjährigen Kieler Barcamp habe ich mich irgendwann in einem relativ kleinen Raum mit ein paar anderen Podcast-Enthusiasten getroffen, um über unser gemeinsames Problem zu sprechen: Wie mache ich eigentlich meinen eigenen Podcast?

Wie ich waren die meisten im Raum war auch ich bis dato ausschließlich Podcast-Hörer. Viele hatten, genau wie ich, damals mit den Chaosradio-Mitschnitten von Radio Fritz angefangen. Streng genommen war das noch kein Podcast, da man die Sendung nicht per RSS (o.ä.) abonnieren konnte, aber immerhin war es eine regelmäßig fortgesetzte Serie von Audioinhalten, die man aus dem Web laden konnte.

Sprung in die Gegenwart: Mein vorherige und mein aktueller Job, sowie meine Umtriebigkeit im Netz gepaart mit einer beinahe unendlichen Neugier haben es mir ermöglicht, jede Menge interessante Menschen zu treffen. Diese möchte ich in einem Podcast zu ihren Geschichten befragen. Es soll ein Interview-Podcast werden, in dem in aller Regel nur eine einzelne Person interviewt werden wird. Es wird dabei um alle möglichen Themen gehen. Von Kampfsport über Atlantik-Übersegelungen bis zur klassischen Buchbinderei wird alles dabei sein. Einen Namen hat das Kind auch schon – der wird aber erst verraten, wenn das Projekt Anfang 2014 tatsächlich live geht.

Ziel ist es, die ersten Folgen vor dem – und hier schließt sich der Kreis zum Titel dieses Blogposts – ersten Kieler Podcast-Workshop online zu haben. Der Kieler Podcast-Workshop besteht aktuell aus einem Kreis von gut zwei Händen voll Menschen, die sich am 25. Januar 2014 irgendwann irgendwo treffen werden, um zu fachsimpeln und sich gegenseitig zu helfen. Steffen sammelt in seinem Blog gerade Feedback und Anmeldungen.

Also, wenn ihr auch mit dem Gedanken spielt mal einen eigenen Podcast zu machen, kommt vorbei, berichtet von euren Überlegungen und hört euch an, wie andere über ihr Leid mit der Audiotechnik klagen. 🙂

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Einkaufstipp: Fliegen in England

Nicht nur Fans von Doctor Who wissen, dass Fliegen (also die für den Hals) verdammt cool sind. Ich bin demnächst auf einem Fest zugegen, bei dem festliches Auftreten angebracht sein wird. Leider besaß ich bis vor kurzem keine anständige Fliege. Eine “lustige” zwar, ja, aber die werde ich dereinst nicht umbinden können. Und wollen.

Eine kurze “Netz-Recherche” brachte mich zu einem kleinen aber feinen Online-Shop aus England, der handgefertige Fliegen (und noch einiges mehr) zu erschwinglichen Preisen in verschiedenen Farben, Größen und mit verschiedensten Musterungen anbietet. Die Rede ist von Mrs. BowTie.

Wenn auch du auf der Suche nach einer anständigen Alternative zur langweiligen Krawatte bist, bei Mrs Bow Tie wirst du bestimmt fündig!

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Der schwarz-rote Koalitionsvertrag

Ich hoffe inständig, dass das SPD-Mitglieder-Votum über diesen Koalitionsvertrag negativ ausfallen wird. Ich bin kein Fan der SPD und werde es in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden. Zu enttäuscht bin ich von der Politik der SPD unter Schröder und Merkel. Zu enttäuscht bin ich von den jeweiligen Politikern, die beinahe durch die Bank nach dem Prinzip „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ agieren.

Dieser Koalitionsvertrag ist jedoch ein schlechter Witz, der zugleich einen neuen Tiefpunkt meiner „Beziehung“ zur SPD markiert. In dem Koalitionsvertrag geht es primär darum den Ist-Zustand zu verwalten. Die beiden Lager scheinen sich darauf geeinigt zu haben, Deutschland über die nächsten vier Jahre zu verwalten, anstatt es voran zu bringen.

An vielen Großbaustellen (Rente, Schulden, Arbeit) wird herumgebastelt, ohne dass eine klare Linie zu erkennen wäre. Genau so sieht es bei dem Thema Bildung aus. Es scheint, als wären all diese Punkte separat von einander diskutiert und entschieden worden. Ganz so, als ob man sie auch im echten Leben voneinander trennen könnte. So, als ob hier nicht endlose viele Zahnräder ineinander griffen.

Beim Thema Internet, das mir sehr am Herzen liegt, ist der Koalitionsvertrag eine einzige Blamage für Deutschland. Ja, Infrastrukturmaßnahmen sind in einem so riesigen und so bevölkerungsreichen Land wie Deutschland (verglichen mit den gerne zitierten nordeuropäischen Staaten) immer noch mal ein ganzes Stück komplexer und auch kostspieliger. Aber als das reiche, wirtschaftliche starke Land kluger Köpfe, als das wir uns allzu gerne sehen, sollte uns doch bitte mehr einfallen, als die Bürger zu überwachen und in ein paar Jahren in Sachen Netzgeschwindigkeit und -ausbau das erreichen zu wollen, was anderswo seit Jahren Standard ist. Hier wird völlig motivationslos ein Pfad vorgegeben, dessen Ziel, dessen Ergebnis bei erreichen – selbst wenn es zeitlich im Plan erreicht wird – schon veraltet sein wird.

Der Mindestlohn, ob man ihn jetzt mag oder nicht, ist nichts halbes und nichts ganzes. Er kommt vielleicht irgendwann und gilt längst nicht für alle. Entweder es gibt einen flächendeckenden Mindestlohn oder eben nicht. Das aktuelle Konstrukt ist Quatsch.

Ach, und was steht noch mal im Koalitionsvertrag dazu drin, wie wir die aktuelle Krise europaweit in den Griff bekommen und uns für zukünftige ähnliche Fälle anständig wappnen wollen?

Und dann ist da noch die Diskussion um Handschriften. Wessen „Handschrift“ ist im Koalitionsvertrag besser zu erkennen. Besonders die SPD betont oft, dass der Koalitionsvertrag eine sozialdemokratische Handschrift erkennen ließe. Wer den Vertrag mal liest, stößt sicherlich hier und da auf SPD-Inhalte. Dominiert wird der Text jedoch von einer Handschrift in blau. CSU-blau. Was die CSU als hässliches Anhängsel der CDU alles in den Koalitionsvertrag eingebracht und durchgedrückt hat spottet jeder Beschreibung.

Ich sehe ein: Es ist schwer für die SPD. Man hat halt nur wenig Stimmen bei der Bundestagswahl auf sich vereinen können und kann als Junior-Partner nicht erwarten, überproportional viele Inhalte einbringen zu können.
Dennoch: Die SPD kann sich aktuell zwischen zwei Toden entscheiden. Entweder sie stirbt geknechtet und gedemütigt wie zuletzt die FDP (obschon die SPD wohl nicht direkt aus dem Bundestag ausscheiden wird) oder sie verschwindet für weitere vier Jahre in den Untiefen der Opposition – dies allerdings aufrecht und mit geradem Rückgrat. Und wer weiß: Vielleicht führte dieser Schritt ja sogar zu einem Prozess der inneren Reinigung und einem Aufräumen in der Führungsetage. Was wiederum für neuen Schwung und Elan für einen BUndestagswahlkampf 2017 sorgen könnte.

In diesem Sinne, liebe SPD-Mitglieder, die ihr diesen Text bis hier hin gelesen habt: Ein „Ja“ zum Koalitionsvertrag sichert zwar Nahles und Siggi Pop für ein paar weitere Jahre ihr einkommen. Deutschland bringt es allerdings nicht weiter. Vermutlich wäre selbst ein schwarz-grüner Koalitionsvertrag sozialdemokratischer, da CDU/CSU den Grünen gegenüber mehr Zugeständnisse machen müssten als der SPD, die ja ohnehin in vielen Punkten schon auf Parteilinie mit der CDU ist.

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