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Wohin mit Harald Schmidt?

Wieder mal ist Schluss für Harald Schmidt. Diesmal hört der Altmeister des deutschen Late-Night-Talks jedoch nicht aus freien Stück auch, wie noch zuvor beim Wechsel von Sat1 zur ARD und ein paar Jahre später zurück.

Diesmal wurde Schmidt gegangen. Ein vollkommen unverständlicher Schritt, das Sat1 mit der Verpflichtung von „Dirty Harry“ ja sicherlich nicht nur um Quote sondern auch um das Image des Senders ging. Mit Schmidt geht der letzte, weil einzige, echte TV-Star des Senders. Bei Sat1 gibt es niemanden mehr und wenn der Sender ab der nächsten Saison die Champions League-Rechte verliert, gibt es keinen Grund mehr, den Sender überhaupt noch in seiner TV-Senderliste eingprogrammiert zu lassen.

Aber wohin mit Harald Schmidt? Dem Fernsehen fern bleiben wird er nicht wollen – zumindest nicht langfristig. Es wäre auch schade drum. Denn gerade jetzt, da das Ende absehbar ist, dreht Schmidt wieder auf und zeigt, warum er einst so geliebt wurde – und von den wirklich treuen Fans noch immer geliebt wird.
Die letzten Sendungen waren Aneinanderreihung zynischer Spitzen gegen… eigentlich gegen alle.

Gerade im Lichte der (nicht nur) via Twitter ausgetragenen Fehde mit Thomas Gottschalk wäre es nur konsequent wenn Schmidt zu Thommys direktem Konkurrenzsender, dem ZDF, wechselte.
Dort gibt es auch jede Menge Platz. Neben dem Hauptsender hat man mit ZDFneo und ZDFkultur großartige Spielwiesen für neue/außergewöhnliche Formate wie Bambule, neo paradise, Roche und Böhmermann, … geschaffen.
Aber selbst im Hauptsender dürften ja ein paar Sendeplätze freiwerden, wenn Markus Lanz erst mal „Wetten, dass..?“ moderiert. Ich nehme zumindest nicht an, dass Lanz weiterhin, gefühlt, jeden Tag irgendeine Sendung im ZDF machen wird, wenn er erstmal auf dem TV Show-Olymp angekommen ist.

Eine weitere Alternative gibt es noch. Man hat Harald Schmidt in den letzten Wochen und Monaten vermutlich oft genug vorgerechnet, wie viele Zuschauer er (nur) noch hat.
Vielleicht reicht ihm diese Zuschauerzahl ja, um online weiter zu machen.  Die Sendung wird durch die eigene Produktionsfirma quasi zum Selbstkostenpreis produziert und um’s Gehalt kann’s Schmidt auch nicht wirklich gehen.
Denkbar ist ein werbefinanziertes Modell mit Bonus-Inhalten für zahlende Abonnenten.
Das wäre auch der richtige (Mittel-)Fingerzeig in Richtung seines Noch-Arbeitgebers und der gesamten Fernsehwelt in Deutschland.

Es bleibt spannend.

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