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Warum hilft mir meine Krankenkasse nicht bei der Ärztwahl?

Ich bin seit Geburt bei ein und der selben Krankenkasse versichert. Vor allem, weil ich dort Verwandtschaft habe und es kann schließlich nie schaden, wenn man jemanden bei so einem Verein kennt. In letzter Zeit werde ich aber immer unzufriedener mit meiner Krankenkasse. Wechseln lohnt sich allerdings nicht, da es bei keiner anderen Krankenkasse besser wäre. Dabei geht es mir gar nicht mal um die alberne neue Gesundheitskarte. Sondern um ein Service-Problem.

Ich bin selten krank. Sehr selten. Deswegen habe ich praktisch keine Stammärzte. Wenn ich mal krank bin, weiß ich nicht wo ich hingehen soll. Mit den Empfehlungen von Freunden und Bekannten habe ich eher negative Erfahrungen gemacht. Vermutlich, weil ich keinen einfühlsamen, lieben und netten Onkel Doktor will, sondern einen, der kurz und bündig ansagt was Phase und was zu tun ist.

Wie gut wäre es, wenn ich bei meiner Krankenkasse anrufen und mir einen Arzt empfehlen lassen könnte? Vor über einem Jahr hielt ich die Behandlung durch meinen Zahnarzt für falsch und wollte eine zweite Meinung einholen. Nur wo geht man hin? Google zeigt einem ungefähr eine Millionen Zahnärzte im Stadtgebiet. Wie soll ich einschätzen können, welcher gut ist und um welchen man lieber einen Bogen machen sollte? Soll ich die etwa alle durchprobieren?

Die Krankenkasse hätte eigentlich alle Daten, um eine Empfehlung auszusprechen. Anhand der Abrechnungen sieht die Krankenkasse: Patienten von Zahnarzt A suchen sich im Durchschnitt nach spätestens zwei Jahren einen neuen Zahnarzt. Wenn das einer macht ist das nicht aussagekräftig. Wenn das aber jeder dritter Patient von Zahnarzt A tut, dann ist das ein Wert, über den man mal nachdenken kann.
Die Krankenkasse weiß ebenfalls, ob Zahnarzt B noch mit Vorkriegswerkzeugen arbeitet oder hochmoderne Lasertechnik verwendet.

Letzten Endes ist es mir jedoch fast egal, worauf die Empfehlung für einen Arzt beruht. Meinethalben könnten das auch irgendwelche Deals zwischen Arzt und Krankenkasse sein. Hauptsache meine Krankenkasse, der ich jedes Jahr hunderte, tausende von Euros vor die Füße werfe, hilft mir irgendwie. Aktuell ist meine Krankenkasse in meinen Augen lediglich eine Geldumverteilungs-Organisation. Vermutlich könnte man das vollautomatisiert und staatlich regeln.

Mir ist bekannt, weshalb das aktuell so gehandhabt wird, wie es gehandhabt wird. Es gibt Gesetze, es gibt eine Ärztekammer, die vermutlich gegen eine Krankenkasse als Empfehlungs-Apparat Sturm laufen würde. Das ist mir als Patient aber völlig egal. Ich wünsche mir mehr Beratung bei der Ärztewahl. Und das es aktuell genau keine Hilfestellung durch meine Krankenkasse bei einer Entscheidung, vor der ich spätestens wenn ich auf der Suche nach einem Spezialisten bin völlig hilflos stehe, gibt, das prangere ich an!

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2 Comments

  1. hi,

    wenn ich das richtig weiß, such doch mal:

    die ärzte rechnen mit der kassenärztlichen vereinigung ab (irgendwelche punkte). Die KV’en Rechnen mit den Kassen ab. Das Gesammelte Geld einer KV wird anhand der Punkte auf die ärzte verteilt…. Da gibt es also keine Daten….

    zumindest….

    Naja, wenn man Nachwuchs bekommt tun sich spannende Dinge auf. Die TK zum beispiel hat die KV’en „umgangen“ und mit Frauenarztpraxen und Kliniken direktverträge geschlossen. Für „Kunden“ äußert sich das in mehr Leistungen (Beleghebamme, Vorbereitungskurse und Co). Die Ärzte rechnen dann direkt mit der Kassen ein Euronos ab…. Und die haben plötzlich Daten….

    Ansonsten zu Ärzten:
    Allgemeinmedizinier: Bernhard Schmidt, Prüne, zentrale gelegen. Pragmatischer Muffelkopp der klipp und klare, knapp sagt was sache ist. Einigen zu wenig.

    Zahnarzt: Ulf Heinze (direkt über TNG shop). War Früher Zahntechner und hilft schnell und unkompiziert. Weiß genau was er nicht kann und schickt einen zu guten Kollegen (z.B. rückwärtige Wurzelresktion). Nicht von seinen „Jungen Arztinnen“ helfen lassen sondern auf Termin bei Ihm bestehen.

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