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Von fähigen Telekom-Technikern und einer Telefon-Odyssee

Ich habe ja schon hier in meinem Blog und auf Twitter mehrfach über meinen neuen VDSL-Anschluss gejammert.

Heute war dann endlich Telekomiker-Termin. Angesagt war 14-18 Uhr. Angerufen hat mich der Techniker bereits um 13:40 und hat gefragt, ob er auch jetzt schon anfangen könne, er stünde bereits vor der Tür.
Das hab ich so auch noch nicht erlebt. Überhaupt irgendein Techniker/Handwerker der pünktlich bzw. sogar noch vor der angesetzten Zeit da ist! Verrückt! Mein Glückstag! 🙂Als ich die Tür aufmachte stand mir dann auch zufällig genau der Techniker gegenüber, der damals meinen VDSL-Anschluss in Betrieb genommen hat. Zu meiner Überraschung konnte er sich daran auch noch erinnern. Hat doch immer wieder Vorteile, dass ich mich gerne mit allen möglichen Menschen unterhalte. Und wenn’s nur kurz ist.

Jedenfalls: er hat dann sein Messdingens angeschlossen und sagte die magischen Worten: „Die Leitung ist ja komplett tot!“
Ich: „Öh, nein… ist sie nicht… hörst du die Musik? Die streame ich gerade aus dem Internet… außerdem leuchtet die Lampe am Modem konstant.“
Er: „Kleiner Scherz, ich hab hier noch nicht auf ‚VDSL‘ gedrückt.“
Ha ha, lustig! Na ja… eigentlich schon wirklich lustig…

Sein Messdingsbums hat ihm dann gesagt, dass die Leitung allerbeste Werte hätte. „Besser als die bei uns im Büro, sag‘ ich jetzt mal.“ „Ja, du kannst ja viel erzählen…“ „Nee, ohne Scheiß jetzt mal, das ist top hier.“

Aha, schön… Fritz!Box verliert trotzdem häufiger mal den Sync und bekommt dann irgendwann ’nen Rappel und rebootet oder hängt sich auf.
„Und das is‘ dann nich‘ so gut, wa? Hättest mal bei uns kaufen sollen!“
Nach einer kurzen Diskussion darüber, dass ich auch zur Telekom gegangen wäre, aber kein T-Entertain kaufen wollte haben wir dann angefangen uns gegenseitig aufzuzählen, was an T-Entertain alles scheiße ist und ich war schon kurz davor ein paar Bier aus dem Kühlschrank zu holen.

„Mein Telekomiker“ kam dann auf die Idee mal ein paar Sachen auf „Verdacht“ zu „verbessern“: neue TAE-Dose und einen Splitter vor die Fritz!Box – als „Störsignalfilter“.
Soll er mal machen, was er für richtig hält.
Nächster Schritt: meine Leitung kommt aus dem Keller in den Flur und wird dort hinter einer Unterputzdose zur TAE-Dose verlängert. Wir haben dann kurz die Unterputzdose aufgefummelt und er hat alle Drähte gezogen, die wir nicht brauchen, bzw. benutzen. OK, soll er mal machen was er für richtig hält.

Dann wurde auf die den Sync der Fritz!Box gewartet… und gewartet… irgendwann leuchtete dann wieder alles schön grün.
„Jetzt noch mal in den Keller und gucken, ob da alles in Ordnung ist.“
Also ab in den Keller. Der Telekomtechniker schraubt den Verteilerkasten auf, guckt sich „meine“ Kabel an, sagt „Auch alles gut.“ macht den Kasten wieder zu, verabschiedet sich und fährt vom Hof.

Ich watschel die Treppen nach oben, setze mich an mein MacBook und sehe mit Schrecken: kein Internet! Die Sync-Lampe an der Fritz!Box blinkt gemächlich vor sich hin und macht keine Anstalten mal schneller zu blinken, geschweige denn konstant zu leuchten. Nach zwei Minuten nicht, nach drei Minuten nicht und auch nach 10 Minuten nicht.

Ich rufe also 1&1 an und sage der guten Frau am anderen Ende, dass der Telekommensch, der gerade hier war, meine Leitung kaputt gemacht hat.
Zusammen gefasst sagte sie: Oh, das ist ja nicht so gut. Wir müssen da jetzt erstmal auf den Bericht warten und können dann wieder aktiv werden. Das kann so bis 19 Uhr dauern, dann kommt aber morgen, spätestens übermorgen, wieder ein Techniker vorbei und behebt das.

Mein Einwand, dass zwei Tage ohne Netz und ohne Telefon nicht akzeptabel wären und ich auch nicht gewillt bin nochmal einen halben Tag frei zu nehmen (das ist ja schließlich auch bares Geld, das mir da flöten geht) brachten leider auch nicht. Das sei nunmal der vertraglich mit der Telekom geregelte Ablauf. Da könne man nichts machen.

Ich habe dann in meiner Verzweiflung bei der Störungsstelle der Telekom angerufen und der nächsten Frau mein Leid geklagt. Die hatte dann ein Einsehen und sagt „Geben Sie mir mal Ihre Rufnummer, ich schicke dann jemanden vorbei“. Das war der Moment als ihr gewahr wurde, dass ich gar kein T-Online-Kunde bin und sie sagte dann auch folgerichtig „Sie sind ja gar kein Kunde von uns!“
„Richtig – aber ein Techniker von Ihnen hat meine Leitung kaputt gemacht.“
Sie hat dann auf 1&1 verwiesen. Ich habe ihr dann nochmal alles vorgeheult und sogar noch ein Home Office erfunden und von zwei Tagen Gehaltsausfall gefaselt. Bedingt durch meinen Schnupfen klang ich dabei vielleicht sogar, als würde ich weinen. 🙂

Jedenfalls hat sie mich dann an den „zuständigen Disponenten“ weitergeleitet. Ein Mann. Da hab ich Erfahrungsgemäß immer schlechtere Aussichten auf „Verhandlungserfolg“ als bei Frauen… aber sei’s drum.
Ich hab dann also nochmal die gesamte Geschichte runtergeleiert.
„Und was soll ich da jetzt machen?!“ – „Na, meinen Anschluss heil natürlich!!!“
Er könne da nichts machen, weil ich kein T-Online-Kunde und sowieso und überhaupt. Außerdem hätte auch gar kein Techniker Zeit heute nochmal vorbei zu kommen.
Meine letzte Idee: „Können Sie vielleicht einfach den Techniker der bei mir war anrufen und fragen, ob der nicht nochmal vorbei kommen könnte. Von mir aus auch nach 18 Uhr – bekommt auch ’n kühles Bier.“
Da hat er dann angefangen zu lachen und irgendetwas von „verdammt hartnäckig“ geredet.
Er wolle den Techniker jetzt mal anrufen, versprechen könne er aber gar nichts. Nicht mal einen Rückruf vor morgen.

20 Minuten später klingelte dann das Handy, ein Anruf von „Anonym“. Dran war „mein Techniker“. Ich hab ihm dann noch mal kurz erzählt was Sache ist. Seine Antwort lässt sich sehr treffend mit „ups“ zusammenfassen.
Er wäre jetzt schon auf dem Weg zum nächsten Termin nach Rendsburg und käme eigentlich auch nciht mehr nach Kiel. Er würde sich aber darum bemühen, dass da doch noch schnell ein Auftrag draus gemacht wird.
Keine halbe Stunde später rief er dann vom Outdoor DSLAM vor meiner Wohnung an und fragte, ob’s jetzt ginge.
Es ging natürlich nicht. „Gut, dann treffen wir uns gleich im Keller.“

Im Keller hat er dann wieder den Hausverteiler aufgeschraubt und mit geübtem Auge relativ rasch festgstellt, dass er es da irgendwie geschafft haben muss, einen der Drähte kaputt zu machen.
Den hat er dann kurz ersetzt und seit dem läuft alles wieder.

Ich muss wirklich sagen: von dem Techniker bin ich echt begeistert. Zuerst hat sich wirklich viel Zeit genommen um hier in der Wohnung mögliche Fehler auszuschließen – und ist dann noch mal extra zurück gekommen, obwohl das für ihn sicherlich Überstunden bedeutet.
Außerdem war das der erste Telekomtechniker, bei dem ich wirklich das Gefühl hatte, dass er weiß was er da tut und dass er weiß, wovon er redet.
Oh, und endlich mal ein gesprächiger Typ, der sich auf für ’nen doofen Spruch nicht zu schade ist, Humor hat und vor Allem detailliert erklärt, was er macht, aus seinen Daten ablesen kann und vor hat.

Was wie ein kleiner „man crush“ klingt ist übrigens lediglich Begeisterung über den ersten Techniker, der so drauf ist, wie ich mir das vorstelle. 🙂

Bleibt nur zu hoffen, dass die „Umverkabelung“ im Flur und der Einsatz des Splitters tatsächlich meine Probleme beheben und auch die Fritz!Box nicht mehr so häufig neustartet…

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  1. Me Me

    …aha.

  2. Me Me

    …aha.

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