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Und wieder wird die KVG bestreikt…

Und schon wieder wird die KVG bestreikt. Und schon wieder bin ich „not amused“.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich allgemein kein großer Fan von Gewerkschaften bin – das spielt hier aber nur eine untergeordnete Rolle.

Ich prangere das Gestreike der Busfahrer in Kiel an und halte es nicht für zielführend, eher im Gegenteil. Das geht schon damit los, dass seitens verdi/der Streikenden davon gesprochen wird, dass der Arbeitgeber die Kunden in Geiselhaft hielte. Sicherlich kann man so argumentieren. Aber ist es dann nicht andererseits auch so, dass die Streikenden selbst die (vermutlich immer genervteren) Kunden als Faustpfand im Arbeitskampf missbrauchen? 

Und das, obwohl die Kunden in Kiel wohl am wenigsten für das anscheinend große Elend der Busfahrer können. Ich zumindest finde, dass ich als Kunde der KVG mehr als genug Geld für die mehr schlecht als recht erbrachten Leistungen zahle. Das wird mir immer wieder klar wenn ich mal den ÖPNV außerhalb Schleswig-Holsteins nutze oder wenn mich „externe“ Freunde in Kiel besuchen kommen und hinten über fallen, wenn sie die hiesigen Ticketpreise in Erfahrung bringen.

Ich persönlich empfinde es als Frechheit den Kampf gegen die eigene Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber/dem Lohn auf dem Rücken der Kunden auszutragen, die einem ja immerhin den Job sichern.

Auf entsprechende ungehaltene Tweets wie diesen hier hin wurde mir mehrfach vorgeworfen egoistisch zu sein. Oder dass es mir egal wäre, wenn die armen Busfahrer am Hungertuch nagen.
Dazu sei gesagt: ich bin sehr wohl dafür, dass gute Arbeit auch fair entlohnt werden soll. Aber mir ist das Gehalt der KVG-Beschäftigen mindestens so egal, wie den KVG-Beschäftigen die verlorene Zeit und das verlorene Geld ihrer eigenen Kunden egal ist!

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2 Comments

  1. Martin Heide Martin Heide

    Im Prinzip bin vollkommen deiner Meinung. ABER: wird Arbeitskampf noch immer auf dem Rücken der Kunden ausgetragen? Welche anderen Möglichkeiten hat der Arbeitnehmer heutzutage denn? Die Arbeitgeber finden leider immer jemanden der „es für weniger macht“ und „dann kündige ich“ freut ihn eher als das es stört…

    • Ja, wird er. Und ich finde es immer scheiße.
      Als entrüsteter Kunde ist es erst mal nicht meine Aufgabe, für Alternativen zu sorgen… aber:
      Reicht es nicht ggf. auch den Fahrbetrieb stark einzuschränken? Reicht es nicht zu sagen: auf der/den Hauptstrecke/n fährt nur jeder x-te Bus, auf den Nebenstrecken morgens, mittags und abends jeweils einer?
      Damit vergrämt man dann zumindest die, die den Bus seit Jahren tagtäglich nutzen, um zur Arbeit zu kommen, nicht (so stark). Zumal diese Kunden ja i.d.R. eh eine Abo-Karte haben und es, wenn diese nicht fahren können, nicht mal zu finanziellen Ausfällen für die KVG kommt — es kann der KVG erst mal egal sein, ob ich, als Abo-Kunde, den Bus wegen des Streiks nicht nutzen kann. Mein Geld bekommen sie trotzdem.

      Was ich mir für Aktionen wünschen würde, sind solche, die versuchen den Kunden für sich und die eigene Sache zu gewinnen. Wenn nur jeder x-te Bus fährt, können die „freien“ Fahrer in den fahrenden Bussen mitfahren und den Fahrgästen über die Sprechanlage erklären, was eigentlich los ist, Unterschriften sammeln oder sonst was tun.

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