Zum Inhalt

Öffentliches Schlachten

Der Artikel in den Kieler Nachrichten greift eine interessante Frage auf – und beantwortet sie meines Erachtens völlig falsch. Natürlich darf und sollte man das Schlachten von Nutzvieh wieder öffentlich machen. Noch in der Jugend meiner Großeltern war es normal, Schlachtvieh zu besitzen. Wer keine Rinder und Schweine hatte, hatte oft zumindest Kanickel oder Hühner. Wir haben über die Jahre und Jahrzehnte nicht nur verlernt, dass der Tod zum Leben dazugehört, sondern auch, dass das Morden zum Fleischgenuss dazugehört. Ja, ich als einer der größten „Fleischfresser“, die ich kenne, schreibe „morden“. Denn das ist es. Ich muss keine Tiere essen. Heutzutage kann man sich gesund ernähren, ohne dass dafür Tiere sterben müssen. Aber ich mag Fleisch. Und ich gönne mir den Luxus, andere Tiere für mich töten zu lassen.

Trotzdem oder auch gerade deshalb sollte man sich immer wieder vor Augen führen (lassen), was Fleischkonsum eigentlich bedeutet. Und das Fleisch eben nicht einfach so da ist. Genau so wenig eben, wie Strom einfach so aus der Steckdose kommt.
Was nicht passieren darf, ist, dass man aus dem Töten der Tiere ein Event veranstaltet. Ruhiges, fachgerechtes Schlachten und Zerlegen der Tiere? Damit habe ich kein Problem. Dieser Akt darf nur nicht zur Jahrmarktsattraktion verkommen. Das zum Beispiel ist (nur) ein ausgezeichneter Grund, weshalb man für das öffentliche Schlachten von Schweinen sein kann und trotzdem, meines Erachtens, gegen Stierkämpfe sein muss.

Quelle: Speakers’ Corner – Der öffentliche Tiertod – KN – Kieler Nachrichten

Published inUncategorized

Schreibe den ersten Kommentar

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: