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Libyen? Nein Danke!

Endlich hatte ich mal die Zeit aufzuschreiben, wie ich eigentlich zu diesem ganzen Libyen-Debakel stehe.

Ich bin ein Gegner der derzeit statt findenden Luftschläge gegen Gaddafi.
Nicht, weil mir egal ist, was in Libyen derzeit abgeht. Nicht, weil ich „pro-Gaddafi“ bin (niemand, der noch alle Sinne beisammen hat, kann wirklich pro-Gaddafi sein). Und auch nicht, weil ich über die letzten Jahre zum Pazifisten mutiert wäre. Aber eins nach dem anderen…

Sollte man als UN/EU/NATO in souveränen Staaten eingreifen, wenn dort Menschenrechte mit Füßen getreten werden?
Diesen Teil würde ich erst mal pauschal mit „ja“ beantworten – zu dem „souveräne Staaten“ komme ich später noch.

Warum (nur) Libyen?

Die Frage, die man, wenn man an so einer Intervention teil nimmt, zu beantworten hat ist aber die danach, wo man die Grenze zieht. Also warum sind keine NATO/UN-Truppen und/oder -Kampfjets in und über der Elfenbeinküste, Jemen, Iran, Nordkorea oder, wenn wir schon dabei sind, China?
Mit welcher Begründung nimmt man sich das Recht heraus zu entscheiden, dass militärische Operationen in Libyen wichtiger und richtiger sind als in einem der anderen Staaten, in denen im Prinzip und seit Jahren genau das gleiche passiert? 
Wenn es in diesem Krieg gegen Libyen tatsächlich um die Verletzung von Menschenrechten geht, müssen sich UN/NATO/EU auch die Frage gefallen lassen, warum die Menschenrechte nun auf ein mal so wichtig geworden sind, dass man innerhalb weniger Tage bzw. Wochen zu dem Entschluss kommt, die Kampfjets loszulassen, obwohl es dazu schon seit Jahren und Jahrzehnten in anderen Ländern mindestens ebenso gravierende Anlässe gibt. 
Es ist ja nicht mal so, dass es eine Agenda gibt, die jetzt eine große Aufräum-Tour der „Alliierten“ vorsieht. Heute Libyen, morgen Elfenbeinküste, …

Wo ist das Ziel, wo die Strategie?

Das ist auch eins meiner Hauptprobleme mit dieser Intervention. Es gibt kein echtes Ziel und keine klare Strategie (was, wenn die Luftschläge nicht ausreichen?). Es gibt ja nicht mal eine vorzeigbare exit strategy. Man hätte ja annehmen können, dass die westlichen Kriegsparteien zumindest diese Lehre aus Afghanistan und Irak gezogen hätten: ohne exit strategy kann man eigentlich gleich zuhause bleiben.

Libyen, was ist das eigentlich?

Und dann muss man sich mal vor Augen führen, in was für einem Territorium man da eigentlich interveniert. Es ist ja nicht so, dass Libyen ein echter Staat wäre. Im besten Fall geht Libyen noch als „failed state“ durch.
Libyen ist nichts weiter als eine Ansammlungen von Ethnien, die sich zufällig in einem, durch die Kolonialmächte auf der Landkarte abgetecktem, Territorium aufhalten.

Datei Libya ethnic deQuelle: wikipedia.de

Darüber hinaus muss noch erkannt werden, dass man nicht mal behaupten kann, dass es klare Grenzen zwischen den einzelnen Ethnien gäbe, nein, die sind jeweils noch mal in eine unüberschaubare Anzahl von Stämmen (interssantes Interview vom NPR dazu) unterteilt, die sich nicht selten gegenüber „unfreundlich“ gesinnt sind.

Es gibt also nicht so etwas wie „das libysche Volk“. Nicht mal wir im befriedeten und zivilisierten Europa schaffen es, uns als Europäer zu sehen. Die Situation in Libyen ist da noch weit dramatischer.
Es ist also festzuhalten, dass weder Gaddafi noch die Rebellen „das libysche Volk“ hinter sich haben. Sie können es gar nicht hinter sich haben, weil es „das libysche Volk“ eben gar nicht gibt.
(Gleichwohl will und muss ich hier festhalten, dass die Situation in Libyen was Stämme und Clans anbelangt natürlich nicht mehr vergleichbar mit der Situation in Ländern wie Afghanistan ist.)

Und wer sind eigentlich die Rebellen? Hat sich die mal jemand genauer angeschaut? Kann man sich sicher sein, dass die wirklich für Demokratie und Menschenrechte stehen? Oder ist die Schwelle für einen Krieg mit westlicher Beteiligung inzwischen gar so niedrig, dass die Aussicht auf etwas besseres als den status quo es rechtfertigt, den Kopf auszuschalten?

Staat? Volk? Diktator? Opposition?

In diesem Sinne ist dann auch mal die Titulierung Gaddafis als „Diktator“ zu überdenken. Ich hege wirklich keinen Deut Sympathie für diesen Mann, halte ihn, wie vermutlich die Mehrheit im Westen, für einen Soziopathen und Schlimmeres.
Aber: ich glaube, wir sind uns einig, dass Hitler-Deutschland eine Diktatur war. Auch darüber, dass wir in Nordkorea und Weißrussland noch heute Diktaturen haben, dürfte kein Dissenz herrschen.
Was ist der Unterschied zwischen Nazi-Deutschland, Nordkorea und Weißrussland auf der einen und Libyen auf der anderen Seite? In den ersten genannten Staaten(!) hatten/haben die Machthaber „das Volk“ unter Kontrolle. Auch dies gilt für Libyen nicht – denn, richtig geraten wie oben geschrieben, es gibt kein „libysches Volk“, das man kontrollieren könnte.
Und selbst wenn man sich von dem Volksbegriff trennt: Gaddafi hätte noch einen weiten Weg vor sich, wollte er den Grad an „Diktatorenschaft“ erreichen, den die anderen drei Kandidaten hatten/haben.

„Libysches Volk“ und „Diktator“ sind also zwei Begriffe, die mit Vorsicht zu benutzen sind. Im Übrigen genau so wie „Opposition“ als Beschreibung für die Gaddafi-Gegner in Libyen. Bei „Opposition“ kommt den meisten wohl so etwas, wie die rot/grün/links im Bundestag in den Sinn. Auf jeden Fall etwas mit gefestigten Strukturen und zumindest einigermaßen ähnlichen Werten. Wer würde das für die Stämme der Darsa, Arfah, Awaoir und Abaydat (nein, ich habe nicht recherchiert, ob die alle im Kampf gegen Gaddafi beteiligt sind!) unterschreiben wollen?
Man hat es bei den libyschen Rebellen nicht mit einer echten Opposition zu tun. Es ist mehr eine ad-hoc-Koalition von Stämmen, die das eine Ziel eint: „Gaddafi muss weg!“

Und dann?

Ist eigentlich schon klar, wen UN/NATO zu unterstützen gedenken, wenn Gaddafi weg ist und das Abschlachten trotzdem weiter geht? Diesmal zwischen den verschiedenen Stämmen? Und auch da hätte ich dann gerne eine vernünftige Begründung zur Antwort auf die Frage: Warum Stämme a, b und c und nicht m, n, o und p? Genau wie bei der oben gestellten Frage: Warum Libyen und nicht Nordkorea, Elfenbeinküste, …

Ich verstehe wirklich jeden, der aus humanitären Gründen etwas in Libyen unternehmen will. Ich hege sogar große Sympathien für all jene. Aber ohne all die obigen Fragen vorher(!) beantwortet zu haben, stehen die Chancen meines Erachtens gut, dass die ganze Operation nach hinten los geht. Zum Beispiel in der Form, dass man, ähnlich wie in Afghanistan, „nie wieder“ aus Libyen raus kommt. Oder in der Form, dass man einen Prozess derart katalysiert, dass die ganze Revolutionsmaschinerie überhitzt und in tausend Teile zerbricht. Wann ist genug gebombt? Wenn die Luftwaffe Libyens untauglich ist? Wenn die Rebellen die Oberhand haben? Wenn Gaddafi weg ist?

Ist die deutsche Haltung wirklich falsch?

Die offizielle deutsche Haltung lässt sich, polemisch, mit „da muss was passieren aber bitte ohne uns“ zusammenfassen. Natürlich ist das auch ein Ausdruck von Ratlosigkeit angesichts der delikaten Situation in Libyen (und den diversen anderen Staaten, denen es ähnlich geht).
Aber sind Populismus (Sarkozy) und, angesichts der oben aufgeworfenen Fragen, blinder Aktionismus wirklich die bessere Alternative? Sind sie überhaupt eine Alternative?
Natürlich würde ich als Bürger Deutschlands es begrüßen, wenn es ein klarere Ansage von der Regierungsbank gäbe. Ein „so machen wir’s!“ wie z.B. in der Debatte um die Stabilisierung des Euros.
Andererseits ist es nur allzu menschlich wenn man in so einer Situation zu dem Schluss kommt, dass man am besten fährt, wenn man sich weitestgehend raushält.
Nun ist es natürlich streitbar, ob Deutschland sich wirklich raushält. Eventuell könnte man schon die Bereitstellung von Flughäfen oder eben die angekündigte Entlastung der westlichen Libyen-Kriegsparteien in Afghanistan als Beteiligung werten… aber sei’s drum.

Ich halte es für richtig zu sagen, dass man sich klar gegen Gaddafi positioniert (ein paar Jahrzehnte zu spät – aber immerhin), aber derzeit kein probates Mittel sieht die Situation zum Besseren zu wenden. Zumindest wenn man ausschließen will, dass man Libyen von einem in den nächsten Bürgerkrieg stürzt.

In diesem Sinne halte ich es für falsch, wenn man Westerwelle und Merkel dafür beschimpft, dass sie im Sicherheitsrat genau so gestimmt hätten, wie China und Russland.
Erstens: wer hat sich denn mal die Mühe gemacht und die jeweiligen schriftlichen Statements zu dem Votum gelesen (ich übrigens nicht)? Ist es denn nicht möglich, dass Deutschland, China und Russland aufgrund ganz unterschiedlicher Erwägungen zu diesem Votum kamen?
Zweitens: Warum soll sich Deutschland auf die Seite Chinas und Russland begeben haben? Man kann’s doch sehr gut umdrehen und kommt dann zu dem Schluss, dass China und Russland sich auf die deutsche Entscheidung/Argumentation eingelassen haben. Das klingt (erst mal) gleich viel positiver.
Drittens: Wenn es die Auffassung der Regierung ist, dass eine Enthaltung die richtige Wahl ist, dann sollte sie, ihrem Gewissen, ihren Bedenken folgend, so abstimmen dürfen. Schließlich ist doch genau das das Verhalten, dass wir alle auch immer von unseren Abgeordneten in den Landtagen und im Bundestag fordern – wider dem Fraktionszwang!

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10 Comments

  1. Joachim Joachim

    sehr gut die Differenzierungen dargestellt. Ein Kommentar der nachdenklich stimmt

  2. Joachim Joachim

    sehr gut die Differenzierungen dargestellt. Ein Kommentar der nachdenklich stimmt

  3. Ali Ali

    Du solltest eine Quelle zum Bild angeben, außer du hast es selbst erstellt.

    • Ups, peinlich, vergessen. Danke – ist ergänzt.

  4. Ali Ali

    Du solltest eine Quelle zum Bild angeben, außer du hast es selbst erstellt.

    • Ups, peinlich, vergessen. Danke – ist ergänzt.

  5. Guest Guest

    Ich stimme dir voll und ganz zu.
    Was ist denn die Souveränität eines Staates noch wert, wenn gleich die Truppen in Bewegung gesetzt werden, weil eine „Opposition“ dem Souverän entgegentritt.
    Wo sind die Grenzen? Nach dem Tian’anmen-Massaker, bei dem auch Kriegsgerät gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurden sind auch keine Bomber nach China beordert.
    Zu deiner Frage, wann genug gebombt sei: Jetzt! Der Nato sind einem Bericht nach (Spiegel) die Bomben ausgegangen…

  6. Guest Guest

    Ich stimme dir voll und ganz zu.
    Was ist denn die Souveränität eines Staates noch wert, wenn gleich die Truppen in Bewegung gesetzt werden, weil eine „Opposition“ dem Souverän entgegentritt.
    Wo sind die Grenzen? Nach dem Tian’anmen-Massaker, bei dem auch Kriegsgerät gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurden sind auch keine Bomber nach China beordert.
    Zu deiner Frage, wann genug gebombt sei: Jetzt! Der Nato sind einem Bericht nach (Spiegel) die Bomben ausgegangen…

  7. Prada2011 Prada2011

    Ich freue mich, nach so vielen Monaten endlich ein paar Artikel von nachdenklichen Menschen zu lesen, die sich dieselben Fragen stellen. Weitgehend stimme ich mit dir überein, ich war in Libyen-Tripolis und musste wie tausend andere mit meinem Kind Hals über Kopf das Land verlassen. Aber nicht weil wir bedroht wurden, oder irgendwelche kriegerischen Aktionen von Gadhafi in Tripolis ausgingen, nein – weil die französische Botschaft – uns zB. über die österreichische Botschaft die einen Handzettel verteilte – aufforderte – sofort das Land zu verlassen, weil in Benghazi Unruhen mit Waffengewalt wären und eine Ausdehnung erwartet werden würde. Wir haben schon vor fast 30 Jahren die Angriffe der Amerikaner die damals nicht weniger suspekt waren miterlebt und wollten an sich bleiben. Es gab auch in unserem Bezirk nachts Unruhen und kurz nach dem Handzettel wurden auch in einer Nachtaktion alle Gemeindehäuser in Tripolis (wohl von den Rebellen organisiert) angezündet. Die Menschen waren wie wir überrascht und erschüttert, denn bis dahin war alles friedlich. Wen wundert es dann, dass überall in Tripolis von dem Augenblick an Hauptverkehrsknotenpunkten Checkpoints aufgestellt wurden und die Autos durchsucht. Wir Deutsche wurden übrigens durchgewunken und immer mit Höflichkeit behandelt. Im Übrigen hat sich in den 30 Jahren (1982-1986, 2009-2011 wo ich das Land kennengelernt und wieder kennengelernt habe, so ziemlich alles zum positiven verändert. Früher fürchtete man ihn und ihn zu dieser Zeit als Diktator zu bezeichnen war treffend, doch ehrlich gesagt – wie hätte man zu dieser Zeit ein dermaßen wildes Volk mit seinen 1000 Sippschaften und Interessen anders unter Kontrolle bringen sollen und für die westl. orientierte Zivilisation vorbereiten? Wieviele Jahrhunderte hat Europa gebraucht um zivilisiert – in unserem Sinne – zu werden? Waren wir nicht auch einmal Leibeigene und gab es bei uns nicht auch Hexenprozesse? Und wofür wir Jahrhunderte brauchten, dass will man Gadhafi absprechen es in 40 Jahren nicht geschafft zu haben? Ihr habt ja keine Ahnung welchen Sprung dieses Land in den letzten 25 Jahren gemacht hat im Vergleich zu vorher und wie es dabei auch noch zurückgeworfen wurde durch die vieljährige Wirtschaftsblockade der Amerikaner damals. Das Volk war damals sehr sauer auf ihn in dieser Zeit. Heute, oder besser gesagt – im Februar war das Land auf dem richtigen Weg – Gadhafi kam nicht damit nach Häuser, Hospitale, Straßen und Schulen bauen zu lassen woran die ganze Welt satt verdiente. Er hatte wirklich vor aus seinem Land etwas gutes zu machen, etwas fortschrittliches. Aber jetzt wird von der Nato mit Bomben die wir mit unseren EU – Steuergeldern mitfinanzieren alles wieder zunichte gemacht, Hass und Wut gesäht gegen den Westen und ich kämpfe hier mit diesen Worten ohnmächtig gegen ein doch hauptsächlich ignorantes Volk, gegen Menschen die mir sagen: was geht mich das an, ich tue keinem Libyer was. Ich hoffe es gibt noch viele wie dich und ich rate Euch allen – glaubt den Medien nicht, so wie sie alle manipuliert haben als ich im Februar zurückkam, so still wurde es plötzlich und nach dem Besuch von Frau Merkel wird wieder beherzt weitergebombt und unschuldige ehemalige Nachbarn von mir ermordet. Gott helfe ihnen – ich habe an die UN geschrieben, an Anne Will, an Frau Merkel, ich sage es meinen Nachbarn doch keiner hört zu außer der Expats aus Libyen, mit denen ich fassungslos diskutiere was hier geschieht. Was ist nur mit den Menschen los? Man kann das doch nicht einfach zulassen. Gadhafi ist kein Rassist. Ich habe mit allen Nationen friedlich zusammengelebt und jeder hatte Lohn und Brot bis auf die, wo Gadhafi zurückhalten sollte laut den Grünen (Fischer) der einfädelte, dass er diese zurückhalten soll – gegen Bares und die dort als Tagelöhner versuchten zu überleben. Jeder konnte mittlerweile öffentlich über Gadhafi schimpfen wenn er am Grünen Platz seinen Capuccino trank. Vor 30 Jahren hätte man diesen Platz nie betreten dürfen, wäre wohl erschossen worden. Heute parken Autos darauf. Der Revolutionär hat seine Bande gezähmt und er ist weder irre noch ein Psychopath und was danach kommt wird schlimmer werden, denn er hat keine extremen Islamisten in seinem Land geduldet, Frauen waren gleichberechtig, es gab Sozialhilfe usw. Alles war subventioniert, jeder war satt und zufrieden, hatte handy, internet und sat-anlage auf dem Dach und überall gab es alles mehr oder weniger zu kaufen. Außer Alkohol, den gönnte sich nur die Botschaft und ihre Freunde. Mehr konnte in dieser Zeit niemand erreichen und für mich liegen die Gründe für den Krieg in Desertec und Transgreen  (heute heißt zweites Meygritt oder so ähnlich) http://www.desertec.org/de/aktuelles/   http://www.nachhaltigkeit.org/201005214804/energie-kohlendioxid/hintergrund/wuestenstrom-durchs-mittelmeer  http://www.euractiv.de/druck-version/artikel/desertec-draengt-ins-energiekonzept-der-bundesregierung-003554  http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635840,00.html   http://www.nachrichten-cafe.de/2010/03/02/europaeische-investitionsbank-finanziert-grosskonzerne-kred  und das hier hat meiner Meinung nach auch entfernt damit zu tun http://www.biopetroleo.com/deutsch/  http://www.youtube.com/watch?v=_XWKSmGwjNE und die Tatsache, dass Gadhafi noch 150 t Gold gebunkert hat und lt. Aussage einer Insiderin (nicht bestätigt) vorhatte eine neue Währung zu kreiren gegen den schwachen Dollar und den Euro und zwar in Gold!  Irgendwie wiederholt sich doch alles, da wird ein Volk angegriffen, gemordet und keinen interessiert es und am Schluss schlagen die Sieger Profit daraus und ihre Machtposition ist gestärkt und das Volk das den Krieg finanziert wird mit Brot und Spiele weiter bei Laune gehalten damit es aus seinem Schlaf nicht erwacht bis es die Folgen zu spüren bekommt – und dann ist der Jammer groß! Ich bin gegen die Nato und ich glaube der UN nicht mehr.Wo sie im Namen des Friedens hinkommen hinterlassen sie verbrannte Erde und schüren nur Hass auf die beteiligten Völker, die das größtenteils gar nicht wollten.

  8. Prada2011 Prada2011

    Ich freue mich, nach so vielen Monaten endlich ein paar Artikel von nachdenklichen Menschen zu lesen, die sich dieselben Fragen stellen. Weitgehend stimme ich mit dir überein, ich war in Libyen-Tripolis und musste wie tausend andere mit meinem Kind Hals über Kopf das Land verlassen. Aber nicht weil wir bedroht wurden, oder irgendwelche kriegerischen Aktionen von Gadhafi in Tripolis ausgingen, nein – weil die französische Botschaft – uns zB. über die österreichische Botschaft die einen Handzettel verteilte – aufforderte – sofort das Land zu verlassen, weil in Benghazi Unruhen mit Waffengewalt wären und eine Ausdehnung erwartet werden würde. Wir haben schon vor fast 30 Jahren die Angriffe der Amerikaner die damals nicht weniger suspekt waren miterlebt und wollten an sich bleiben. Es gab auch in unserem Bezirk nachts Unruhen und kurz nach dem Handzettel wurden auch in einer Nachtaktion alle Gemeindehäuser in Tripolis (wohl von den Rebellen organisiert) angezündet. Die Menschen waren wie wir überrascht und erschüttert, denn bis dahin war alles friedlich. Wen wundert es dann, dass überall in Tripolis von dem Augenblick an Hauptverkehrsknotenpunkten Checkpoints aufgestellt wurden und die Autos durchsucht. Wir Deutsche wurden übrigens durchgewunken und immer mit Höflichkeit behandelt. Im Übrigen hat sich in den 30 Jahren (1982-1986, 2009-2011 wo ich das Land kennengelernt und wieder kennengelernt habe, so ziemlich alles zum positiven verändert. Früher fürchtete man ihn und ihn zu dieser Zeit als Diktator zu bezeichnen war treffend, doch ehrlich gesagt – wie hätte man zu dieser Zeit ein dermaßen wildes Volk mit seinen 1000 Sippschaften und Interessen anders unter Kontrolle bringen sollen und für die westl. orientierte Zivilisation vorbereiten? Wieviele Jahrhunderte hat Europa gebraucht um zivilisiert – in unserem Sinne – zu werden? Waren wir nicht auch einmal Leibeigene und gab es bei uns nicht auch Hexenprozesse? Und wofür wir Jahrhunderte brauchten, dass will man Gadhafi absprechen es in 40 Jahren nicht geschafft zu haben? Ihr habt ja keine Ahnung welchen Sprung dieses Land in den letzten 25 Jahren gemacht hat im Vergleich zu vorher und wie es dabei auch noch zurückgeworfen wurde durch die vieljährige Wirtschaftsblockade der Amerikaner damals. Das Volk war damals sehr sauer auf ihn in dieser Zeit. Heute, oder besser gesagt – im Februar war das Land auf dem richtigen Weg – Gadhafi kam nicht damit nach Häuser, Hospitale, Straßen und Schulen bauen zu lassen woran die ganze Welt satt verdiente. Er hatte wirklich vor aus seinem Land etwas gutes zu machen, etwas fortschrittliches. Aber jetzt wird von der Nato mit Bomben die wir mit unseren EU – Steuergeldern mitfinanzieren alles wieder zunichte gemacht, Hass und Wut gesäht gegen den Westen und ich kämpfe hier mit diesen Worten ohnmächtig gegen ein doch hauptsächlich ignorantes Volk, gegen Menschen die mir sagen: was geht mich das an, ich tue keinem Libyer was. Ich hoffe es gibt noch viele wie dich und ich rate Euch allen – glaubt den Medien nicht, so wie sie alle manipuliert haben als ich im Februar zurückkam, so still wurde es plötzlich und nach dem Besuch von Frau Merkel wird wieder beherzt weitergebombt und unschuldige ehemalige Nachbarn von mir ermordet. Gott helfe ihnen – ich habe an die UN geschrieben, an Anne Will, an Frau Merkel, ich sage es meinen Nachbarn doch keiner hört zu außer der Expats aus Libyen, mit denen ich fassungslos diskutiere was hier geschieht. Was ist nur mit den Menschen los? Man kann das doch nicht einfach zulassen. Gadhafi ist kein Rassist. Ich habe mit allen Nationen friedlich zusammengelebt und jeder hatte Lohn und Brot bis auf die, wo Gadhafi zurückhalten sollte laut den Grünen (Fischer) der einfädelte, dass er diese zurückhalten soll – gegen Bares und die dort als Tagelöhner versuchten zu überleben. Jeder konnte mittlerweile öffentlich über Gadhafi schimpfen wenn er am Grünen Platz seinen Capuccino trank. Vor 30 Jahren hätte man diesen Platz nie betreten dürfen, wäre wohl erschossen worden. Heute parken Autos darauf. Der Revolutionär hat seine Bande gezähmt und er ist weder irre noch ein Psychopath und was danach kommt wird schlimmer werden, denn er hat keine extremen Islamisten in seinem Land geduldet, Frauen waren gleichberechtig, es gab Sozialhilfe usw. Alles war subventioniert, jeder war satt und zufrieden, hatte handy, internet und sat-anlage auf dem Dach und überall gab es alles mehr oder weniger zu kaufen. Außer Alkohol, den gönnte sich nur die Botschaft und ihre Freunde. Mehr konnte in dieser Zeit niemand erreichen und für mich liegen die Gründe für den Krieg in Desertec und Transgreen  (heute heißt zweites Meygritt oder so ähnlich) http://www.desertec.org/de/aktuelles/   http://www.nachhaltigkeit.org/201005214804/energie-kohlendioxid/hintergrund/wuestenstrom-durchs-mittelmeer  http://www.euractiv.de/druck-version/artikel/desertec-draengt-ins-energiekonzept-der-bundesregierung-003554  http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635840,00.html   http://www.nachrichten-cafe.de/2010/03/02/europaeische-investitionsbank-finanziert-grosskonzerne-kred  und das hier hat meiner Meinung nach auch entfernt damit zu tun http://www.biopetroleo.com/deutsch/  http://www.youtube.com/watch?v=_XWKSmGwjNE und die Tatsache, dass Gadhafi noch 150 t Gold gebunkert hat und lt. Aussage einer Insiderin (nicht bestätigt) vorhatte eine neue Währung zu kreiren gegen den schwachen Dollar und den Euro und zwar in Gold!  Irgendwie wiederholt sich doch alles, da wird ein Volk angegriffen, gemordet und keinen interessiert es und am Schluss schlagen die Sieger Profit daraus und ihre Machtposition ist gestärkt und das Volk das den Krieg finanziert wird mit Brot und Spiele weiter bei Laune gehalten damit es aus seinem Schlaf nicht erwacht bis es die Folgen zu spüren bekommt – und dann ist der Jammer groß! Ich bin gegen die Nato und ich glaube der UN nicht mehr.Wo sie im Namen des Friedens hinkommen hinterlassen sie verbrannte Erde und schüren nur Hass auf die beteiligten Völker, die das größtenteils gar nicht wollten.

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