Zum Inhalt

LaterPay. Geld verdienen mit Online-Journalismus

Richard Gutjahr hat heute verkündet, dass er sich mit LaterPay zusammengetan hat. Gemeinsam will man dafür sorgen, dass man endlich ehrliches Geld mit Online-Journalismus verdienen kann. Soll heißen: Leser bezahlen für gute Inhalte und nicht (mehr primär) Werber. Klingt so weit ganz gut, aber wie wollen Gutjahr und LaterPay schaffen, was sonst noch keiner geschafft hat?

Zum Glück setzt man weder auf ein weiteres bescheuertes Paywall- oder Metered-Modell, sondern auf ein, sozusagen, nachträgliches Micropayment. Anders als bei Flattr, wo man vorher Geld einzahlt und dass dann verteilt, kann man sich bei LaterPay Artikel wie auf einem Bierdeckel in der Kneipe “anschreiben” lassen. Immer wenn man einen bestimmten Betrag auf dem Deckel stehen hat, muss man zahlen, bevor man weiter lesen kann.

Gut für die Leser
Dabei richtet sich das Modell ganz nach den Bedürfnissen, der Leser, die auch jetzt schon zahlungswillig sind: Man muss nur noch für die Inhalte zahlen, die man auch wirklich konsumiert und es wird die Möglichkeit einer Rückgabe geben, wenn einem ein Produkt nicht gefällt. Das könnte dazu führen, dass sich die Qualität des Dargebotenen im Web nochmals merklich erhöht. Außerdem gelingt mit LaterPay die Einführung des bei Apps so beliebten Freemium-Modells. Man kann davon halten was man will, aber es ist ein echtes Erfolgsmodell. Denkbar ist zum Beispiel, Artikel gratis online zu stellen und zusätzliches Material (Statistiken, Videos, Audio-Files, …) erst nach einem Klick auf den LaterPay-Button zugänglich zu machen.

Gut für die Autoren/Verlage
Autoren und Verlage könnten damit vor allem zwei Dinge gewinnen. Zum Einen natürlich Geld, klar. Zum Anderen Einsicht darein, was wirklich attraktiv ist. Klar, aktuell erkennt man das an Klickzahlen. Oder auch nicht. Allzu oft werden im Web billige Klickstrecken produziert und noch so popelige Artikel hochtrabend angepriesen. Hauptsache der dumme Leser klickt und bekommt einmal kurz Werbung eingeblendet. Wenn Autoren und Verlage merken, wofür die Leute bereit sind, Geld zu bezahlen, können sie ihr Angebot auf die Vorlieben dieser Leute ausrichten.

Betrugsmöglichkeiten
Sicherlich wird es ziemlich schnell Trick geben, wie man LaterPay-Schranken umgehen kann. Die Frage ist, ob das nicht vielleicht sogar egal ist. LaterPay soll es denen, die ohnehin bereit sind, Geld für guten Journalismus zu zahlen, ebendies so einfach wie möglich zu machen. Die, die nicht zahlen wollen, hätten für den fraglichen Inhalt vermutlich so oder so nie im Leben bezahlt. So gesehen ist kein Geld verloren, wenn ein paar findige Leute ein Lock in der Mauer finden und es nutzen. Und wer weiß: Vielleicht kann man diese Leute ja mit der Qualität der eigenen Inhalte für sich gewinnen und mittelfristig zu zahlenden Lesern machen?

Schacknetz bleibt kostenlos! 🙂
Keine Sorge, mein Blog hier bleibt natürlich kostenlos. 🙂 Ich will hier ohnehin kein Geld verdienen, aber ich kenne da so zwei, drei “Medienhäuser” in Kiel, für die LaterPay sicherlich interessant sein könnte…

Published inAllgemein

3 Comments

  1. Danke Sebastian, für den Hinweis und die Erklärung hier. Den Ansatz von LaterPay finde ich sehr interessant und halte ihn für tragfähig.

  2. Sehr interessannter Artikel. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Ich bin von dieser Pay Sache auf jeden Fall überzeugt.

    Beste Grüße

    Steffen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: