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Ina Müller in der O2World in Hamburg

O2 hat mir über o2more zwei Karten für das Ina-Müller-Konzert in Hamburg am gestrigen Donnerstag zukommen lassen. Dies ist ein kurzer Bericht über das Konzert und meinen ersten Besuch in der O2World seit dem REM-Konzert vor ein paar Jahren.

Als o2more-Gewinner hat man, neben den freien Eintrittskarten, noch ein paar andere Boni, die dem Otto-Normal-Konzertgeher nicht zur Verfügung stehen. Gesonderte Parkplätze gehören leider nicht dazu.
Abzug in der B-Note gibt’s dafür, dass die per Mail zugesandten Tickets inkl. QR-Code keine echten Tickets sondern lediglich Abholscheine sind, was so allerdings nirgends vermerkt ist.
Nachdem wir also am Eingang angekommen waren, konnten wir auch gleich wieder umdrehen und uns zur Kasse begeben, wo all jene anstanden, die noch Karten käuflich erwerben wollten. Aber hier hat sich O2 was einfallen lassen: es gibt einen extra Schalter, der nur für o2more-Gewinner besetzt ist. Da es insgesamt „nur“ 50 Gewinner (à 2 Karten) gab, war hier genau nichts los und nach ein paar Minuten hatten wir unsere Karten.
Zusätzlich zu den Karten erhält man ein Umhänge-„Badge“, das einen nur wichtiger aussehen lässt, sonst aber keine Vorzüge mit sich bringt. Deutlich wertvoller sind da schon die zwei „o2 coins“, die jeder erhält, und die einem zwei Freigetränke (Bier, Wasser, Softdrinks) bringen.

In die Halle selbst gelangt man als Quasi-VIP natürlich über die „Blue Lane“, einen gesonderten Eingang. OK, hat uns im konkreten Fall nicht sonderlich viel gebracht, da wir anscheinend nicht zur Stoßzeit da waren. Trotzdem: schöne Idee. Außerdem bekommt man hier einen Chip, der als Zahlungsmittel von den Tanten an der Garderobe akzeptiert wird – wieder zwei Euro gespart.

Die Halle an sich, bzw. der Umlauf, wirkt etwas geräumiger und wesentlich stylischer als das, was die Kieler Ostseehalle(!) zu bieten hat.
Eine rote Linie auf dem Boden führt einen mehr oder weniger direkt zu einem Bereich der „on stage / blue room“ heißt. Hier können sich o2more-Gewinner (anscheinend aber auch jedermann, eine Einlasskontrolle gab’s nicht) vor und nach der Veranstaltung aufhalten. Es gibt ausreichend Sitzplätze, einen DJ, mehrere Bars an denen man seine o2-Coins einlösen kann und so etwas wie ein Kantine, wo man Essen zu veranstaltungshallentypischen (teuren) Preisen erwerben kann. Auf jeden Fall ’ne gute Sache, um vor einer Veranstaltung nicht doof im Umlauf stehen oder 30 Minuten vor Beginn in der Halle sitzen zu müssen und um hinterher dem Gewusel an der Jackenausgabe und auf dem Parkplatz zu entgehen. Schön noch ’ne halbe Stunde sitzen bleiben und dann ganz entspannt nach Hause.

Mehr erwartet hatte ich mir von den o2Angels, die einen vor und nach der Veranstaltung betreuen sollten. Gesehen habe ich kaum welche, betreut wurde ich auch nicht — lag aber vielleicht auch daran, dass ich weiblicher Begleitung da war. 🙂

Das Konzert selbst war… anders.
Allgemein finde ich „Sitz-Konzerte“ ja immer etwas schwierig. Wenn das komplette Publikum sitzt ist das immer schlecht für die Atmosphäre, der Funke springt nicht so recht über und die Zuschauer gehen nicht so richtig mit.
Ich war vor Kurzem beim Milow-Konzert im ebenfalls komplett bestuhlten Hamburger CCH – dort standen aber ab dem dritten Lied eh alle. Anders bei Ina Müller. Da erhob sich der Saal quasi erst nach Aufforderung, was bestimmt nicht an der Musik oder Müllers Performance lag.
Vielleicht ist’s aber einfach dem dann doch deutlich höheren Altersdurchschnitt geschuldet, dass die Stimmung nicht so hochkochte wie eben beispielsweise bei Milow. Und vermutlich MUSS die o2World auch wegen eben dieses dann doch deutlich höheren Altersdurchschnitts komplett bestuhlt werden, weil halt nicht jeder Ü40-iger daran denkt, seinen Rollator mit in die Halle zu nehmen, um sich bei Bedarf auch mal setzen zu können.

Das Konzert war auch deshalb anders, weil Ina Müller eben „auch“ Sängerin ist. Sie ist ein Multitalent, das sowohl gut singen, als auch, wie ich finde, gut moderieren kann, als auch noch ein guter Entertainer ist.
Und so bekam man dann auch drei Ina Müllers zum Preis von einer. Oder in meinem Fall: keiner. Die Karten waren ja, wie gesagt, umsonst.
Neben ein paar Gesprächen mit Leuten aus dem Publikum (die sie erfreulich kurz hielt), gab es diverse Stand-Up-Comedy-Einlagen. Diese waren allesamt auf Fips-Asmussen-Niveau.
Die Sprüche waren mal besser, mal schlechter – aber all jene, die auch schon schallend bei den Live-Auftritten von Asmussen in den 70ern gelacht haben, kamen voll auf ihre Kosten. Besonders ein Mann, der schon lauthals zu lachen anfing, wenn Müller nur den Mund aufgemacht hat.
Ich persönlich fand den Großteil ihrer Gags dann doch ganz gut. Auch, weil sie meist eine Brücke zum nächsten Lied schlugen. Es war aber auch immer wieder klar zu erkenne: Stand-Up-Comedy ist nicht eins von Ina Müllers Talenten.
Am Lustigsten ist Ina Müller wenn sie spontan ist. Wenn sie alte Geschichten von Band-Mitgliedern erzählt oder versucht mit den Background-Sängerinnen über deren Liebesleben zu reden.

Alles in Allem aber ein auf jeden Fall gelungener Abend mit einer gut aufgelegten Ina Müller, die noch besser drauf war nachdem ihre Plattenbosse die Show für ein paar Minuten unterbrachen, um ihr mitzuteilen, dass sie diese Woche „Platin“ für ihr aktuelles Album gewonnen hätte.
Die Zugabe gab’s dann barfuß und im Bademantel.

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