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Ich, ein Apple-Fanboy?

Seit ich selbst überzeugter iPhone- und Mac-Nutzer bin, empfehle ich Fragenden eigentlich durch die Bank weg auch Geräte von Apple. Das höchste der Gefühle ist, dass ich etwas in Richtung „Natürlich, kannst du dir auch ’nen Windows-Laptop von Dell kaufen… Support kannst du da aber auch gleich mit einkaufen, denn ich habe auf den Scheiß keinen Bock mehr.“

Bin ich ein Apple-Fanboy? Das hängt natürlich auch etwas davon ab, wie man das definiert. 🙂 Den Vorwurf höre ich jedenfalls häufiger…

Ich bin, behaupte und hoffe ich zumindest, genau so Apple-Fanboy wie ich THW-Kiel-Fanboy bin. Ich lasse nichts auf den THW kommen und schon mal gar nicht in Gesprächen mit Fans aus Flensburg oder Hamburg. Aber, und das werden Leute, die schon mal mit mir Handballspiele geguckt haben, ich bin ein recht objektiver Beobachter und gehöre selbst wenn ich in der Ostseehalle bin zu denen, die nicht bei jeder Schiri-Entscheidung empört aufspringen sondern ertappe mich häufig dabei, wie ich sitzen bleibe und mir ein „Na ja, da kann man schon mal Siebenmeter geben…“ in den Bart brummel.
So bin ich auch bei Apple. Fast.

Mir ist voll und ganz bewusst, dass nicht mal Apple perfekte Software (mit der Hardware bin ich wirklich nahezu vollständig zufrieden!) abliefert. Aber es gibt nichts, was so schwerwiegend wäre, dass ich einem Freund deshalb eine Windows-Kiste empfehlen würde. Oder gar ein Linux auf dem Desktop oder Laptop.

Versteht mich hier nicht falsch: ich liebe Linux! Es war von ca. 1999 bis 2007 mein primäres Betriebssystem auf Servern, Desktops und Laptops. Und auf Servern ist es das immer noch. Aber selbst mit der Erfahrung von 8 Jahren Linux habe ich für mich entschieden, dass mir Linux zu viel Frickelkram ist. Ich habe einfach besseres mit meiner Zeit zu tun, als nachzulesen, in welcher .config-Datei ich Parameter x setzen muss.
Und für „Newbies“ ist Linux dann einfach nichts. Natürlich: wenn’s läuft, dann läuft Linux. Auch auf dem Desktop. Aber wenn es dann mal zu Problemen kommt, dann ist für den Unbedarften wirklich Holland in Not. Und dann muss ich wieder hinreiten und retten, was zu retten ist.

Ich glaube aber auch, dass ich nach wie vor der „Tech Guy“ in meinem Freundeskreis bin und das Privileg genieße, dass meine Kompetenz auf diesem Gebiet selten in Frage gestellt wird.
Der Fanboy-Vorwurf muss also woanders herkommen. Ist auch so. Nämlich daher, dass ich eine Vielzahl von Apples Entscheidungen, die nicht dem Mainstream entsprechen, zustimme und dann auch gewillt bin, das bis zum Erbrechen auszudiskutieren. Oder auch Apples Preispolitik. Oder den sehr reglementierten App Store.

Ich bin nach wie vor sehr zufrieden damit, dass Steve sich dereinst so krass gegen Flash ausgesprochen hat. Aus dem Kopf zitiert sagte er etwas wie „when a Mac crashes, more often than not, Flash is the cause“. Was nichts anderes heißt als: in über 50% der Mac-Abstürze ist Flash dafür verantwortlich. Das war über Jahre auch meine Erfahrung. Plus: Adobe schafft es bis heute nicht, eine vernünftige Flash-Version für Macs zu produzieren.
Mein Vergleichstest ist immer: ein HD-Video von YouTube erst mit Flash und dann mit HTML5 abzuspielen. Der Flash-Player schafft es regelmäßig alle Kerne meines Core i5-Prozessors bis zum Anschlag auszulasten. Ab ungefähr drei Minuten fängt der Lüfter an zu lüften, wie er es sonst nur tut, wenn ich selbst Videos bearbeite.
Das ist einfach Scheiße. Und so’n Quatsch will ich auch nicht auf meinem iPhone haben. Man sieht ja, wie toll der Kram auf Android-Geräten funktioniert.
Klar, aus dem Android-Lager höre ich dann häufig den Vorwurf, dass Apple den Nutzern wenigstens die Wahl lassen könnte, wie es bei Android-Geräten ja schließlich auch ist. Apple weiß aber ganz genau, dass eine miese Flash-Performance in den Augen des Otto-Normal-Nutzers zu genau einer Reaktion führt: „Scheiß iPhone, scheiß Apple“, was in diesem konkreten Fall wirklich nicht gerechtfertigt wäre. Hier geht es Apple also vermutlich vorerst darum, die eigene Marke zu schützen, was ihr gutes Recht ist.

Dann muss ich häufig über das Thema Preise diskutieren. Apple hat mit Abstand die größten Margen, richtig. Aber liegt das daran, dass sie ihre Produkte (künstlich) verteuern? Ich behaupte: nein.
Bei Smartphones und Tablett-Computern sieht man ja eindeutig, dass die Konkurrenz nicht in der Lage ist, qualitativ gleichwertige Geräte zu einem (deutlich) geringeren Preis abzuliefern. Natürlich gibt es Android-Telefone, die deutlich billiger als das iPhone sind. Die Top-Geräte, die wirklich so ungefähr in der iPhone-Liga spielen, liegen bei Markteinführung jedoch auch in der preislichen Region des iPhones und sind nicht selten sogar teurer.
OK, Samsung und Konsorten senken dann auch schnell die Preise. Apple tut dies nicht. Das ist sicherlich eine wirtschaftliche Entscheidung, die vor Allem darauf beruht, dass sie die Preise nicht senken müssen, weil sich die Geräte trotzdem wie geschnitten Brot verkaufen.
Bei den iPad-Konkurrent ist dies in meinen Augen sogar noch krasser: da gibt es nicht mal ernsthafte Konkurrenz in der groben Preisregion: das aktuelle Samsung Tablett-Dings kostet in der 16GB-Variante 613€ – Apples iPad 2 startet bei 489€ (beide Preis Samsung).
Scheinbar ist Apple da aktuell in der Lage bessere Geräte zu günstigeren Kosten zu produzieren als die Konkurrenz, was einer Revolution für Apple gleichkommt.

Aber wie sieht das bei Laptops aus? Natürlich: das durschnittliche MacBook ist deutlich teurer als der durchschnittliche Windows-Laptop. Aber wenn man einen Windows-Laptop mit den gleichen Performance und den gleichen Features (wie z.B. auch Gewicht, Akku-Leistung, …) wie sie ein MacBook (Air/Pro) bietet sucht, ist man schnell bei identischen oder sogar größeren Summen. Einen schönen Artikel dazu gibt’s aber schon bei ArsTechnica.

So. Jetzt habe ich erst mal keine Lust mehr zu schreiben. Dieser Artikel ist „in progress“ und ich habe ihn eigentlich nur geschrieben, um in ermüdenden Diskussionen auf ihn verweisen zu können, um nicht ständig den gleichen Text aufsagen zu müssen. 🙂

Published inAllgemein

4 Comments

    • Ähm, nein.
      Ich lehne Religion und Kirche (und hier ganz besonders die katholische) grundsätzlich ab, so dass ich nie für Heilig- oder auch nur Seligsprechung Steve Jobs‘ plädieren würde. ABER: ich finde schon, dass Jobs mehr Positives für die Gesellschaft geleistet hat also so mancher, der heilig oder selig gesprochen wurde. Wenn ich also entscheiden dürfte/müsste, ob noch so’n Irrer, der glaubte mit Tieren sprechen zu können (Franz von Asissi) oder der Mann, der iPod, iPhone, iPad und Co abgeliefert hat — ich wüsste, für wen ich wäre. 🙂

    • Ähm, nein.
      Ich lehne Religion und Kirche (und hier ganz besonders die katholische) grundsätzlich ab, so dass ich nie für Heilig- oder auch nur Seligsprechung Steve Jobs‘ plädieren würde. ABER: ich finde schon, dass Jobs mehr Positives für die Gesellschaft geleistet hat also so mancher, der heilig oder selig gesprochen wurde. Wenn ich also entscheiden dürfte/müsste, ob noch so’n Irrer, der glaubte mit Tieren sprechen zu können (Franz von Asissi) oder der Mann, der iPod, iPhone, iPad und Co abgeliefert hat — ich wüsste, für wen ich wäre. 🙂

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