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Google Glass

Alle sind sich momentan einig: Das nächste „disruptive“ Produkt nach dem iPhone wird aus dem Hause Google kommen. Es handelt sich dabei um Glass. Ein Brillengestell mit integrierter Kamera und Display vor dem Auge, das mit eigenem Computer daher kommt und über eine Bluetooth-Verbindung die Datenflatrate des Handys mitbenutzt, um ins Internet zu kommen. Steuern lässt sich Glass über Sprache und später einmal sicherlich auch über Gesten.
Das klingt total toll und futuristisch und scheint auch gut zu funktionieren:

Aber irgendwie finde ich die Vorstellung merkwürdig 24/7 mit so einem Ding auf dem Kopf durch die Gegend zu laufen. Denn: Nur dann ist es ja wirklich sinnvoll. Wenn ich es nicht erst aus dem Etui aus dem Rucksack kramen muss, sondern per einfachem Sprachkommando starten kann.

Wollen wir das wirklich?

Aber was bedeutet das für das menschliche Miteinander? Ich weiß nicht, ob mir mein Gegenüber wirklich zuhört, oder ob ich ihn derart langweile, dass er auf seinem Google Glass bereits YouTube aktiviert hat und lieber Katzenbabys beim Spielen zuguckt. Schlimmer noch: Ich weiß nicht, ob der merkwürdige Typ vom Nebentisch mich gerade beim Essen filmt.

So cool ich die Technologie auch finde und so gerne ich da mal mit spielen würde – ich glaube, dass es Google Glass bei weitem nicht nur ein positiver Fortschritt sein wird. Und die Nachteile werden weit größer sein als bei Smartphones. Bei Smartphones hat man zumindest noch die Chance, mitzubekommen, ob der Gegenüber bei der Sache ist oder ob man gefilmt oder fotografiert wird.

Und Apple?

Ach ja: Und dann ist da, wie sollte es anders sein, noch die Fraktion, die Schreit, dass Apple sein „Mojo“ verloren habe, weil Google die Nase jetzt vorn hat. Google hat ein Produkt angekündigt, das für den Großteil der Menschen schlicht zu teuer ist. Glass soll nämlich für „unter 1500 Dollar“ zu haben sein. Ein kurzfristiger bahnbrechender Erfolg wie Apple ihn mit dem iPhone hingelegt hat scheint mir völlig ausgeschlossen zu sein.

Selbst wenn Glass deutlich günstiger wäre, behaupte ich, dass der Markt dafür nicht sehr groß ist. Na klar, wenn man die Dinger dereinst für 10€ an jeder Ecke bekommt, wird jeder sich so ein Teil kaufen. Aber gehen wir mal von einem realistischen Preis in ein oder zwei Jahren von vielleicht 600-800€ aus. Also dem Preissegment, in dem sich heute die Smartphones der ersten Liga bewegen. Wer kauft dann ein Google Glass zusätzlich zu seinem Smartphone? Denn ohne Smartphone kann man mit dem Glass nicht online gehen. Und was ist wohl ein Google-Gerät ohne Internet wert? Genau.
Aber allein der Preis wird viele davon abhalten, einzusteigen und sich Glass auf die Nase zu setzen. Ganz unabhängig von dem oben beschriebenen Faktor „Unwohlsein“, die diese Technologie mit sich bringt.

Google Glass ist ein wahnsinnig spannendes Produkt für Nerds und Technikliebhaber. Apple Konzentriert sich auf den Massenmarkt, hat hier also nichts verpasst.

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