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Gedanken zu Albigs Maut-Forderung.

Die Kieler Nachrichten habe heute eine dpa-Meldung auf ihre Seite kopiert, in der Albig wie folgt zitiert wird: “Am Ende werden wir in irgendeiner Form alle Nutzer heranziehen müssen”. Man müsse den Bürgern klar sagen, dass wir ein zusätzliches nutzerfinanzierte System für den Erhalt der Infrastruktur benötigen. Was erst mal nach einer Maut für alle klingt, wird später relativiert. Da sagt Albig nämlich: “Zum Beispiel über eine Lkw-Maut für ale Lkw und sonstigen Schwerlastfahrzeuge auf allen Straßen.“

Ich finde das falsch. Ich könnte zwar sogar mit einer PKW-Maut zum Beispiel für Autobahnen leben, finde aber, dass kaputte Straßen grundsätzlich ein Gemeinschaftsproblem ist, das gemeinschaftlich, also durch alle Bürger, finanziert werden muss. Denn: Ja, ich als Privat-Pkw-Fahrer transportiere häufig nur mich. Wenn ich dafür zahlen sollte, OK. Ein zähneknirschendes OK, aber OK. Lkw hingegen transportieren auch Sachen für Nicht-Autofahrer. Denn auch Radfahrer wollen Paketpost bekommen und im Laden um die Ecke einkaufen können. Jeder, auch der notorischste Rad- und Zug- und ÖPNV-Nutzer, nutzt auch irgendwie die Bundesdeutsche Autobahn.

Alternativ müssen halt die Preise für alles (von Lebensmitteln bis Post) für angebliche Nicht-Nutzer erhöht werden. Wie das zu realisieren ist, können die sich denn überlegen.

Published inUncategorized

4 Comments

  1. Steffen Voß Steffen Voß

    Öhm. Die LKW-Maut wird dann ohnehin über die Transportkosten auf die Produkte aufgeschlagen, die dann die Nicht-Autofahrer genauso zahlen. Verstehe ich Dich falsch, oder wäre das nicht okay?

    Die Realität ist auch komplexer als die kopierte dpa-Meldung: http://www.torsten-albig.de/aktuelles/aid/6116 😉

    • ischack ischack

      Ja, du hast natürlich Recht damit, dass diese Mehrkosten ohnehin auf die Produkte aufgeschlagen werden würden. Aber: Wenn es am Ende dann ohnehin doch wieder alle zahlen, kann man es sich dann nicht – wortwörtlich – sparen, so ein Maut-System aufzusetzen? Damit beschäftigen sich jetzt zahlreiche kluge Köpfe in Wirtschaft und Politik, die stattdessen etwas sinnvolles tun könnten. Außerdem kommt am Ende zwangsläufig ein mehr an Bürokratie dabei raus. Außerdem müssen die für eine Maut notwendigen Mautstellen etc. errichtet und gewartet werden. All das muss mit dem Mehrpreis bei transportierten Waren und Gütern mitbezahlt werden. Man zahlt so also mehr mehr, als wenn die kaputten Straßen einfach von Steuergeldern bezahlt werden würden. Dazu könnte man entweder vorhandenes Geld anderes verteilen oder man führt eben einen Straßen-Soli ein. Meinethalben gerne statt des aktuellen Soli. Dann fällt’s auf der Gehaltsabrechnung nicht mal auf und der zu erwartende Shitstorm ist schnell vorüber.

      • Naja, SPD und Grüne haben ja vorgeschlagen, höchste Einkommen stärker zu besteuern. Die Reichensteuer ist ja aber bei der Bundestagswahl breit abgelehnt worden und die Leute haben Angela Merkel gewählt. Wenn es nicht die Reichen bezahlen sollen, dann bleibt nur, dass es alle anderen bezahlen. Steuern finde ich da auch fairer und einfacher als Maut, aber Steuererhöhungen will ja auch niemand.

        „Die Menschen wollen eine (soziale) Infrastruktur wie in Schweden und Steuern wie in den USA. Das geht nicht.“ – Diverese SPD-PolitikerInnen

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