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Fußball ohne Polizei

Endlich ist es so weit. Seit Jahren fordere ich, dass sich die Polizei aus den Fußballstadien zurückziehen soll und die Vereine selbst für Sicherheit sorgen müssen! Aber eins nach dem anderen…

Beim Spiel Schalke gegen PAOK hat die Polizei wohl (von außen ist das immer schwer zu beurteilen) überhart eingegriffen und dafür ihrerseits (verbal) ordentlich eins auf den Deckel bekommen. Der NRW-Innenminister hat nun die einzig richtige Antwort parat und sagt sinngemäß: „Dann macht euern Scheiß doch alleine!“ Die NRW-Polizei soll nun nicht mehr oder zumindest stark vermindert bei Spielen des FC Schalke 04 auflaufen und für Sicherheit sorgen.

Ich finde: gut so! Seit Ewigkeiten bin ich der Meinung, dass die Vereine selbst für die Sicherheit im Stadion sorgen müssen. Und wenn sie das nicht können, dann müssen sie eben vor leerer Kulisse spielen. Es kann doch nicht sein, dass der Staat für die Sicherheit von privatem Vergnügen aufkommen muss. Und das jeden Spieltag in dutzenden Stadien quer durch die oberen Ligen.

Ich höre dann immer das Argument, dass man damit auch Vereine mit friedliebenden Fans bestrafen würde. Auch dafür habe eine Lösung in der Schublade. Polizei und DFB haben über die letzten Jahre und Jahrzehnte genug Daten darüber gesammelt, um jeden Verein einschätzen zu können. Darauf basierend könnte man einen Index, den Fan-Randale-Quotienten, bilden und jedem Verein einen Wert zuordnen.
Spielt nun ein Verein mit dem hohen FRQ von 9 auswärts gegen einen relativ harmlosen Verein mit einem FRQ von 2, muss er für die notwendigen Mehrausgaben für die Sicherheit aufkommen. Kann er dies finanziell nicht leisten, wandern die Punkte kampflos an den Verein mit den friedlichen Fans. Für Spiele ohne Zwischenfälle gibt es Pluspunkte, für Spiele mit Ausschreitungen Minuspunkte.

Ich denke, so würde es nicht allzu lange dauern, bis es beim Fußball ähnlich friedlich zugeht wie bei praktisch allen anderen Sportarten, die hierzulande populär sind. Zumindest wäre es einen Versuch wert. Und die Staats- und Landeskassen würde es auch noch entlasten. Plus: Mehr Polizisten könnten das tun, wofür sie eigentlich da sind: Verbrechen aufklären und das Volk schützen.
Nun kann man natürlich argumentieren, dass sie genau das auch bei Fußballspielen tun. Ja, aber: Ich bin der Ansicht, dass sich auch und besonders friedfertige Menschen wissentlich in Gefahr bringen, wenn sie in die Stadien bekannter „Randale-Vereine“ pilgern. Bei anderen Privatvergnügen, bei denen ich mich in Gefahr bringe, schützt der Staat mich auch nicht. Warum also eine Ausnahme für den Fußballfan? Eben. 

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9 Comments

  1. Steffen Steffen

    Sehr richtig. Die Öffentlichkeit darf ohnehin schon die Stadien bezahlen. Die Gewinne behalten die Vereine für sich… So kanns nicht gehen.

    Und gut finde ich auch Deinen Hinweis, dass alle anderen Sportarten in der Regel friedlich sind. Daran hatte ich bisher gar nicht gedacht. Warum drehen eigentlich nicht die Handball-, Formel-Eins oder Synchronschwimm-Fans so durch?

    • Ein politisches Thema bei dem wir uns einig sind? Ich glaube, ich muss meine Haltung zu dem Thema noch mal überdenken. 🙂

  2. mp3 mp3

    Dein Ruf wurde gehört:

    http://www.mik.nrw.de/presse-mediathek/aktuelle-meldungen/aktuelles-im-detail/news/die-sicherheit-im-stadion-ist-sache-des-vereins-innenminister-jaeger-polizei-ist-da-wenn-verein.html

    //quote
    Die NRW-Bereitschaftspolizei wird die Ordnungskräfte in der Arena von Schalke 04 bei Heimspielen nur noch unterstützen, wenn der Verein sie ruft. Dies erklärte Innenminister Ralf Jäger heute (12.09.) anlässlich der Innenausschusssitzung im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf. „Für die Sicherheit im Stadion ist der Verein zuständig“, betonte Jäger. „Er muss dafür sorgen, dass genügend qualifizierte Ordner zur Verfügung stehen und diese auch tatsächlich in der Lage sind, für Sicherheit zu sorgen.“ Die Polizei wird weiterhin im öffentlichen Raum außerhalb des Stadions für die Sicherheit Sorge tragen. „Klar ist aber auch, dass die Polizei ins Stadion kommt, wenn die Ordnungskräfte überfordert sind und um Hilfe bitten. Auch Straftaten werden weiterhin konsequent verfolgt.“

    • Lies meinen Text noch mal. Die von dir zitierte Ansage ist doch der Anlass für meinen Text! 🙂

      • mp3 mp3

        In Deinem Text steht nicht: Fussball-Stadion darf kein rechtsfreier Raum sein. So.

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