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Disko-Klo

Ich war heute als Fotograf auf einem Konzert, das vorwiegend von schulpflichtigen Kindern besucht wurde. Während ich so am Bühnenrand stand wanderten gefühlte hunderte Mädels und Frauen (wohl überwiegend zugehörige Mütter) an mir vorbei gen Toiletten. Und kamen größtenteils mit verstörtem, zumindest aber angewidertem Blick vom stillen Örtchen zurück.
Der Konzertveranstaltungsort wird vor allem als Disko benutzt. Und wer Disko-Klos kennt, weiß woher die Blicke rührten.
Bei den Mädels dachte ich zuerst „Tja, gewöhnt euch schon mal dran. Besser wird’s nicht.“ Und bei den Frauen „Tja, schon länger nicht mehr abends weg gewesen, was?“

Aber: es war nicht vier Uhr morgens an einem Wochenende. Es war gerade mal 20:00 an einem Wochentag und außer ein paar wartenden Vätern trank praktisch niemand Alkohol. Ein späterer Besuch des Herren-Klos offenbarte: selbst im nüchternen Zustand ist der durchschnittliche Konzertbesucher offenbar zum Sch***** und Pi**** zu blöd. Erschreckend.

Aber warum sollte es auf einem Disko-Klo auch viel besser aussehen als an einer Uni? Mein erster Besuch der Keramikabteilung der örtlichen Universität Anno 2005 ließ mich erstaunen vor der Unfähigkeit der „Bildungselite“ ihr Geschäft einigermaßen ordentlich hinter sich zu bringen.

Da muss man auf so einem Disko-Klo vermutlich schon froh sein, dass die Schüsseln nicht bereits 30 Minuten nach Einlass explodiert sind.

Können wir uns als Gesellschaft vielleicht darauf einigen, dass Kants kategorischer Imperativ zumindest auf öffentlichen Toiletten für alle zu gelten hat? Danke.

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3 Comments

  1. Ja, das frage ich mich als DJ und Veranstalter auch immer. Warum Papier neben das Klow werfen, warum auf die Brille pinkeln, warum einfach mal eine WC-Papier-Rolle ins Klo stopfen? Wehe wenn sie losgelassen…

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