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Die Telekom und das iPhone 4

In zwei Stunden ist es so weit: Deutschland kann das iPhone 4 (offiziell) vorbestellen. Exklusiv bei der Telekom. Ein paar Gedanken dazu.

 

1. Der Gerätepreis.
Steve Jobs hat auf der Keynote einen Gerätepreis von $199 für das iPhone 4 mit 16GB, bzw $299 für das iPhone 4 mit 32GB verkündet. Großes Geschrei in Deutschland: die Telekome, die Abzocker-Schweine! Hier gehen die Gerätepreise bis auf 400€ hoch! Dabei müssten die Preise, ob des immer noch relativ starken Euros, doch unter den Dollar-Preisen liegen.
Na ja, vielleicht hätte man wirklich mit Preisen von 279€ anstatt 299€ rechnen können. Aber das kann der Telekom wirklich niemand verübeln. Apple selbst rechnet im Apple Store ja auch nicht „fair“ um.
Über die 299€ hinaus gibt es noch die Option das Gerät zu 250€ (16GB), bzw. 360€ (32GB) im Tarif „Complete 60“ oder aber für 300€ (16GB), bzw. 400€ (32GB) im Complete XS zu erstehen. Tarife, die es überhaupt nur gibt, weil die Kunden seit Verkaufsstart des ersten iPhones über die teuren Tarif rumgeheult haben. Die iPhones sind subventionierte Geräte –  da ist es doch völlig klar, dass die Telekom nicht die Tarife senken und gleichzeitig auch noch den Gerätepreis unten lassen kann!
Klar, jetzt kommen einige und sagen: „Jaha! Aber im Complete60/XS bekomme ich doch auch viel weniger Leistung!“ Das ist richtig. Aber überlegt dir doch mal, was die paar SMS/Telefonminuten, die du nicht inklusiv hast, der Telekom wirklich bringen? Du zahlst der Telekom jeden Monat 10€-25€ weniger als eigentlich „geplant“ und dafür bekommst du ein paar Inklusiv-Minuten/-SMS weniger, für die du zwar 0,29€/0,19€ pro Einheit zahlen müsstest – das sind ja aber nicht die Kosten, die der Telekom entstehen. So eine SMS kostet die Telekom vermutlich nur ganz knapp über nichts. Und damit liegt auch die Einsparung seitens der Telekom dadaurch, dass sie dir weniger Inklusiv-SMS/-Minuten verkaufen, nur ganz knapp über nichts.
Aus BWL-Sicht ist das also komplett verständlich. ?

 

2. Upgrade-Kosten.
Aus juristischer Sicht (Anmerkung: „I’m not a lawyer and don’t play one on TV“) ist für mich alles klar: man geht in den T-Punkt, unterschreibt einen Zweijahresvertrag über dessen Laufzeit das Gerät, welches man mitgenommen hat, subventioniert werden soll. Nach einem Jahr will man „raus“. Dass die Telekom einem das ermöglicht ist, erst mal, wirklich nett und zuvorkommend und sollte keinesfalls als „normal“ angesehen werden.
Dass über die Jahre die zu zahlende Ablösesumme pro Restmonat von 15€ auf 25€ gestiegen ist, ist natürlich nicht wirklich schön. Aber: die „Billigkunden“ in den kleinsten, nachträglich eingeführten Tarifen, müssen so ihre Verträge ganz normal zu Ende bezahlen und alle ab Complete-M/120 sparen mächtig Geld.

OK, man bezahlt ordentlich Geld und bekommt dafür keine Leistungen mehr (Minuten/SMS/…). Aber dafür zahlt man in den „großen Verträgen“ ja auch maximal noch die Hälfte der eigentlich vereinbarten Summe. Und wenn man mal veranschlagt, dass die Telekom jedes iPhone 500€ (oder mehr) kostet, dann ist es nur korrekt, dass die Leute in den kleinsten Tarifen nichts von ihrer „Vertragsschuld“ erlassen bekommen.
Ob diese mathematische Korrektheit auch sinnig in Sachen Kundenzufriedenheit/-bindung ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ich bin also mit dieser Praxis und den Kosten nicht zufrieden, kann sie aber durchaus nachvollziehen. Ein Alternativmodell, das ich deutlich attraktiver fände, weil mir das Geld dabei langsamer aus der Tasche gezogen wird und das ich bei der Telekom vermisse: eine echte vorzeitige VertragsVERLÄNGERUNG.
Also: Angenommen ich habe ab heute noch genau 12 Monate Vertragsrestlaufzeit. Dann möchte ich in den T-Punkt gehen können und das neue iPhone vorbestellen können, ohne ein „Strafgebühr“ zu zahlen. Anstatt dessen soll mein Vertrag einfach um 24 Monate (also auf dann 36 Monate Restlaufzeit) verlängert werden.
Natürlich müsste das durch die Telekom irgendwann gedeckelt werden. Denn wenn in dann 12 Monaten das iPhone 5 rauskommt, habe ich ja noch 24 Monate Vertragsrestlaufzeit und würde dann schon auf 48 Monate verlängern. Im Jahr darauf auf 60 und so weiter… Und irgendwann wird das für die Telekom dann finanziell zu einem echten Risiko.

 

3. Umgang mit Bestandskunden.
Es ist wahrlich kein feiner Zug von der Telekom, dass Neukunden online und telefonisch vorbestellen können, Bestandskunden sich aber im T-Punkt in die Schlange stellen müssen. 
Die Telekom sollte endlich anfangen, sich besser um die Bestandskunden zu kümmern. Klar, sind Neukunden bilanztechnisch attraktiver. Klar, Bestandskunden, die das neue iPhoen haben wollen, kaufen (vermutlich zu großen Teilen) das neue iPhone – no matter what. Aber auch als Bestandskunde verlängere ich ja meinen Vertrag, bzw. schließe einen neuen ab und schmeiße der Telekom wieder ordentlich Geld in Rachen anstatt zu O2 zu gehen (die ja aaber auch deutlich unattraktiver geworden sind, seit sie Tethering gestrichen haben). Ich möchte ja nicht mal bevorzugt behandelt werden (obwohl das natürlich schön wäre, keine Frage). Ich möchte lediglich anständig behandelt werden.

 

4. Keine weißen Geräte.
Zum Verkaufsstart wird es keine/kaum weiße iPhones geben. Ich hätte nie gedacht, dass ich Telekom mal in Schutz nehmen würde: aber hört auf deshalb auf die Telekom zu schimpfen! Die Telekom wird über jedes Gerät, das sie zum Verkaufsstart erhält, froh sein und bestimmt nicht entschieden haben, dass sie erstmal nur das schwarze iPhone verkaufen WOLLEN. Ruf bei Apple an und kotzt euch da aus!

 

 

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