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Der Mac App Store und warum er nicht das Ende von allem ist

Ich gebe zu: ich habe das Geheule wegen des angekündigten Mac App Stores nicht so richtig verfolgt, weil ich’s von Anfang an für albern hielt.

Für Entwickler ist das Ding super und die Mehrheit der Entwickler (von denen man was im Web dazu liest) sind auch dafür.
Für den Otto-Normal-Anweder ist das Ding super, weil es ihm die Suche nach irgendwelchen versteckten Websites/Foren mit Programm-Tipps abnimmt. Außerdem kommen die Downloads ab dann aus sicherer Quelle, was die Sicherheit nochmal merklich erhöht.

?Wer heult also rum? Hardcore-User und notorische Nörgler und Apple-Hasser, die wieder vom goldenen Käfig faseln.
Ersteren sei gesagt: Don’t panic! Apple hat gar kein Interesse daran, den Mac App Store als exklusive Third-Party-Softwarequelle zu etablieren. Aufgrund ihrer eigenen Regeln, dürfen keine Testversionen über den Mac App Store vertrieben werden – und wer kauft schon Adobe- oder auch Apple-Producte (Final Cut, Aperture), ohne vorher getestet zu haben? Genau: niemand, dafür sind sie zu teuer. Der jetztige Standardweg zum Softwareerwerb wird also auf absehbare Zeit offen bleiben.

Letzteren sei gesagt: guckt euch doch mal um, in eurer Linux- Welt! Im Job nutze ich Ubuntu. Und was hat Ubuntu-Linux schon vor Ewigkeiten eingeführt? Richtig: das „Software Center“. Einen Store, den Ubuntu, bzw. Canonical, kontrolliert und über den auch Software verkauft wird. Und, oh Wunder!, wer will kann seine Software trotzdem noch per „./configure && make && make install“ selbst kompilieren und installieren.

Man kann Apple für Vieles angreifen (ich tue es nicht, weil ich mit den meisten ihrer Entscheidungen einverstanden bin) – aber der Mac App Store wir die Mac-Welt für normale Anwender zu einer besseren, weil übersichtlicheren Welt machen.

Entwickler müssen zunächst mal zwei Dinge zähneknirschend(?) hinnehmen: die 70:30-Teilung des Umsatzes mit Apple und die garantiert fallenden Preise. Andererseits ist ein sprunghafter Anstieg der Absatzzahlen fast garantiert. Meine Eltern wissen derzeit überhaupt nicht, dass es noch andere PRogramme für den Mac gibt als die, die Apple mitliefert – bzw. wo sie danach suchen sollten und wie sie die Dinger dann installieren sollten.

Der AppStore auf dem iPhone/iPad ist ideal für alle jene, die überhaupt gar nicht wissen WOLLEN, wie dieser ganze Installationsquatsch funktioniert, warum ich einige PRogramm einfach nur in den Ordner ziehen muss, warum ich sie nicht einfach da, wo sie sind, liegen lassen kann (im gemounteten DMG) und warum ich bei einigen Programm zur Installation doch wieder 10 Mal auf „weiter“ klicken und mein Passwort eingeben muss.

Alles nerviger Scheiß, der dank „Software Center“ auf Ubuntu Linux längst der Vergangenheit angehört. Wenn Apple da nachlegt ist das meiner Meinung durchweg zu begrüßen – trotz oder auch gerade wegen der recht strikten Regularien, die sie einführen.

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2 Comments

  1. Eigentlich geht Apple damit nur den Weg der Linux-Distributionen, nur dass das ganze optisch als „App-Store“ wesentlich ansprechender sein wird. Und für den 0815-User (gibt es die bei Mac überhaupt?) ist es sicherlich einfacher, ’nen App-Store zu öffnen und sich dort interessante Programme zu suchen und zu kaufen. Drauf klicken, zahlen und automatische Installation. So etwas ist letztlich benutzerfreundlich.

    Übrigens sehe ich keine Probleme das irgendwann auch Demo-Stoftware/Apps angeboten werden. Ich denke schon, das es auch im Interesse von Apple ist, die aktuellen Regeln entsprechend anzupassen 😉

    Ob ein solcher App-Store das Ende von allem ist? Man muss sich die mittel- bzw langfristige Entwicklung dieses Konzepts anschauen, wobei auch noch nicht klar ist in welche Richtung sich das Konzept des PCs in den nächsten Jahren entwickeln wird. Insofern abwarten und Tee trinken.

  2. Eigentlich geht Apple damit nur den Weg der Linux-Distributionen, nur dass das ganze optisch als „App-Store“ wesentlich ansprechender sein wird. Und für den 0815-User (gibt es die bei Mac überhaupt?) ist es sicherlich einfacher, ’nen App-Store zu öffnen und sich dort interessante Programme zu suchen und zu kaufen. Drauf klicken, zahlen und automatische Installation. So etwas ist letztlich benutzerfreundlich.

    Übrigens sehe ich keine Probleme das irgendwann auch Demo-Stoftware/Apps angeboten werden. Ich denke schon, das es auch im Interesse von Apple ist, die aktuellen Regeln entsprechend anzupassen 😉

    Ob ein solcher App-Store das Ende von allem ist? Man muss sich die mittel- bzw langfristige Entwicklung dieses Konzepts anschauen, wobei auch noch nicht klar ist in welche Richtung sich das Konzept des PCs in den nächsten Jahren entwickeln wird. Insofern abwarten und Tee trinken.

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