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Das Ende von Google Reader

In der letzten Woche hat Google das Aus für den eigenen RSS-Dienst „Google Reader“ verkündet. Das ist Drama und Chance zugleich. Was viele in der Debatte, die die Ankündigung ausgelöst hat, verkennen: es geht nicht um die Client-Funktion von Google Reader. Die Nutzeroberfläche ist veraltet und nicht mehr wirklich funktional, beziehungsweise mindestens nicht mehr an die vorherrschenden Realtäten des Internets angepasst.

Wichtiger ist, was der Dienst Google Reader hinter den Kulissen liefert – und zwar für die diversen Clients und damit auch die RSS-Feed-Leser. Zum einen ist da ein erstklassiger Synchronisierungsservice. Mein RSS-Reader auf Mac und iPhone muss nicht jeden einzelnen Feed abklappern, sondern sich nur mit Google in Verbindung setzen und weiß dann sofort, was es neues für mich gibt. Google Reader ist für diese, von mir abonnierten Feeds auch so etwas wie ein Proxy mit Normalisierungsfunktion. Das heißt, dass über Google Reader abonnierte Feeds in einem standardisierten Format angeliefert werden. Die Software auf dem Endgerät muss ich um nichts mehr kümmern, sondern bekommt alles mundgerecht vorgesetzt. Als Entwickler kann man sich so ganz auf das Interface und fortschrittliche Funktionen kümmern.

Ja, RSS ist alt und es ist Zeit für ein Update oder gar einen modern(er)en Ersatz. Aber machen wir uns nichts vor: Bis zum Juli, wenn die Ära von Google Reader endet, wird es nichts neues geben, was auch nur eine entfernt derartige Akzeptanz erfahren würde. Es muss also Dienste geben, die zumindest die serverseitigen Aufgaben von Google Reader übernehmen und, zumindest vorerst, idealerweise die Google-Reader-API kopieren, respektive adaptieren. Erst mal muss das System am Laufen gehalten werden, bevor neue Schritte getan werden können.

Ziel muss ein offener Severstandard werden, damit das neue/überarbeitete System unabhängig von einem einzelnen Anbieter funktionieren kann. Schon jetzt gibt es diverse Lösungen oder zumindest Lösungsansätze. Aber solange jeder sein eigenes Süppchen kocht wird auf Seite der Clients viel, viel Zeit auf Anpassungen an die verschiedenen Systeme verschwendet werden.

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3 Comments

  1. Steffen Steffen

    Ein neuer Standard würde immer auch auf einer URL und strukturierten Daten basieren, oder?

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