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BarCamp in Kiel – Mein Rückblick

Obwohl ich ein „alter Hase“ in Sachen Internet und alles andere als Kontaktscheu bin, war das Barcamp am vergangenen Wochenende in Kiel mein erstes.
Umso bescheuerter war eigentlich die Idee, dass ich mich sofort nach Kenntnisnahme von der Planung des Events nicht bloß als Teilnehmer sondern gleich als Mitorganisator eingetragen haben. Das größte Event, das ich bis dato organisiert hatte war eine meiner letzten Geburtstagsfeiern.
Nicht minder leichtsinnig war es dann vermutlich auch, mich für die technische Umsetzung der WLAN-Frage bereit zu erklären…

Bereits beim ersten „Orga-Treffen“ wurde ich aber eines besseren belehrt: alle, die da so saßen hatten, wenn überhaupt, bislang lediglich selbst BarCamps besucht aber noch nicht hinter den Kulissen gewerkelt. Wirklich weitreichende Erfahrungen im Organisieren von Großveranstaltungen hatte auch keiner (oder tue ich da jetzt gerade jemandem Unrecht?). Beste Voraussetzungen also, sich einzubringen ohne unangenehm aufzufallen. 🙂

Das ist dann wohl auch gleich der richtige Zeitpunkt, um den anderen Rothemden für einen großen Spaß zu danken! Ein lockerer Haufen, der immer zielorientiert und teilweise sogar professionell gearbeitet hat ohne eben den Spaß je außen vor zu lassen. Ein gepflegtes, gemütliches und produktives Miteinander, wie man es sich vorher hätte wünschen, jedoch keinesfalls erwarten können.
Mit euch Pappnasen organisiere ich auch gerne eine Neuauflage des Barcamps in Kiel! 🙂

Überhaupt war ich geradezu erschrocken, wie gut alles geklappt hat. Damit meine ich jetzt nicht mehr (nur) die Orga-Arbeit, sondern auch die Veranstaltung selbst.
Technische Schwierigkeiten lassen sich bei einem Event dieser Größe natürlich nie komplett vermeiden – aber selbst die hielten sich in einem vertretbaren Rahmen. Was nicht zuletzt „Projekt-Maik“ von KielNET zu verdanken ist, der am Vorabend und (sau)frühen Morgen des Barcamps noch fleißig Kabel und Strippen mit mir gezogen hat, damit ich die von ADDIX zur Verfügung gestellten WLAN-Accesspoints aufbauen und in Betrieb nehmen konnte.
(Bei einem etwaigen nächsten Barcamp sehe ich (sehen wir?) dann auch zu, dass das DHCP-Geraffel _noch_ besser funktioniert damit es zu _noch_ weniger Komplikationen kommt. Versprochen! :))

An dieser Stelle dann auch nochmal ein Dankeschön an alle Teilnehmer! Ohne euch wären wir schon vor dem Mittagessen mit allen Sessions durch gewesen.
Aufgrund der parallel laufenden Tracks konnte ich natürlich nicht jeder Session beiwohnen – aber bei den Sessions an denen ich teilgenommen habe, habe ich durchweg anständige Diskussionen erlebt, in denen auch für die einfachsten Fragen niemand mit Spott bedacht wurde wie es sonst „im Internet“ ja gerne mal der Fall ist.
Dieses freundliche miteinander ist dann auch ein Garant dafür, dass es allen Spaß macht. Und dafür, dass am Ende wirklich jeder mit dem Gefühl nach hause geht, etwas dazugelernt zu haben.

Ein wichtiger Aspekt für mich persönlich war es im Übrigen auch endlich mal die Fratzen hinter den Twitter- und Facebookaccounts direkt zu sehen zu bekommen. Aber ich glaube, das ging und geht den meisten Teilnehmern so.

Ein kleiner persönlicher Höhepunkt an Tag 1 war die von unserem Sponsor T-Mobile abgehaltene Session. Tillmann Aller und Robin Wielpütz haben das Spiel „Mister X“ (für iPhone schon jetzt erhältlich, für Android… irgendwann demnächst) vorgstellt. Eine Adaption des Brettspielklassikers „Scotland Yard„, bei der die Spieler mit ihren Smartphones bewaffnet draußen durch die Gegend rennen und die eigene Stadt zum Spielbrett machen. Viele teils lustige, teils sinnvolle Erweiterungen wie Tarnkappe und Nebelkerze erhöhen dabei den Spielspaß noch. Tolle Präsentation, tolles Spiel! Danke, Jungs!

Ein, auch dank des am ersten Tag anhaltend guten Wetters, ganz besonderes Highlight war sicherlich der Jour Fitz im Camp24|sieben (BTW: Danke, dass ihr es uns ermöglicht habt, den Quatsch da abzuhalten!).
Die (spätestens jetzt) Twitter-/Blogger-Stars @vergramer, @annagrassi, @judetta, @propinja und der an diesem Abend etwas udo-lindenbergesk auftretende @mcwinkel haben eine große Show abgeliefert, bei der wirklich für jeden was dabei war. Wer da keinen Spaß hatte ist wirklich selbst Schuld und hat es auch nicht besser verdient!
Hier noch ein schneller Gruß an Miriam, die den Blödsinn überhaupt erst angeleiert und damit ganz offensichtlich vielen Menschen eine Freude bereitet hat. 🙂

Schön zu sehen war, dass sich an Tag 2 des Barcamps deutlich mehr Leute getraut haben, den Mund aufzumachen – sowohl als spontane Leiter als auch als Diskutant in einer Session.
Ebenfalls toll zu sehen war das breite Themenspektrum. Neben „hochtechnischen“ Themen wie GIT und Sessions zur iPhone-Entwicklung und der Zukunft von HTML5 gab es auch Einführungsrunden in Sachen Twitter und Social Media. Am zweiten Nachmittag wurde es dann in einer Session zu der Frage, ob Schleswig-Holstein einen landesblog braucht und einer Gesprächsrunde zu „Netzpolitik/Politik im Netz“ sogar noch hochpolitisch. Ein spezieller Dank von mir aus an dieser Stelle an Swen Wacker für die landesblog-Idee und an Malte Steckmeister und Steffen Voß, die den Diskutanten der genannten Gesprächsrunde gute Einblicke in das Innenleben und die Strukturen von Parteien gegeben haben – und damit dafür gesorgt haben, dass die Runde nicht zu einem dumpfen Politik(er)-Bashing verkommen ist.

Last, not least: die Abschlussrunde. Schön, dass doch relativ viele Teilnehmer bis zum Ende durchgehalten und uns Rothemden anhaltend beklatscht haben. Natürlich vollkommen zu Recht! 🙂
Viel toller als durch ( wenn auch nur in Ermangelung von Sitzgelegenheiten im Foyer sogar stehenden) Ovationen für die Orga-Arbeit gelobt zu werden, war allerdings die vielfach recht energisch vorgetragene Forderung nach einem zweiten Barcamp in Kiel. Anscheinend hat’s euch wirklich gefallen – und das macht mich persönlich schon ein Bisschen stolz. 🙂

Last, not least (ja ja, aber mir ist noch was eingefallen…): Ich fand es großartig, wie sich Frau Dr. Schröder und Frau Rinke vom Wissenschaftszentrum eingebracht haben. Das Wissenschaftszentrum (in Person dieser beiden Damen) hat nämlich einen kometenhaften Aufstieg vom bloßen Veranstaltungsort, zum Sponsor und  letztlich zum Mitveranstalter (was uns besonders versicherungstechnisch enorm geholfen hat) hingelegt – und sich grundsätzlich auch schon für eine Neuauflage des Spektakels bereit erklärt.

Oh, und wenn ihr Fotos gemacht habt: ladet die gerne bei flickr hoch und taggt sie mit „bcki„.

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  1. Jan Winters Jan Winters

    … mit den Großveranstaltungen organisieren tust Du mir tatsächlich unrecht, Sebastian, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal ;-D

  2. Jan Winters Jan Winters

    … mit den Großveranstaltungen organisieren tust Du mir tatsächlich unrecht, Sebastian, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal ;-D

  3. Schon wieder so ein wunderbares und ausführliches Blogposting. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen und habe darum jetzt nachgezogen 😉

    Ich fands auch toll, endlich die Leute sozusagen im real life kennen zu lernen. Und das Miteinander im Orga-Team fand fand ich sehr schön.

    • Schon wieder so ein wunderbares und ausführliches Blogposting. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen und habe darum jetzt nachgezogen 😉

      Ich fands auch toll, endlich die Leute sozusagen im real life kennen zu lernen. Und das Miteinander im Orga-Team fand fand ich sehr schön.

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