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AVM Fritz!Fon MT-F: keine Kaufempfehlung

Es ist ein Kreuz! Seit Längerem suche ich nun schon nach einem DECT-Telefon, das das eigene Telefonbuch bequem und automatisch mit dem Adressbuch meines Macs synct – oder zumindest mit dem in meiner Fritz!Box hinterlegtem Telefonbuch.

Zuletzt hatte ich ein paar Geräte von Siemens in den Fingern – und mit einem Gerät konnte ich sogar synchronisieren. Allerdings eher… merkwürdig: wenn ein Kontakt im Adressbuch mehr als zwei Rufnummern hat, wird dies im Siemens-Telefon in mehrere Kontakte aufgeteilt. Soweit nicht total schlecht. Allerdings werden diese neuen Kontakte dann auch umgehend zurück ans Mac-Adressbuch geschickt. Und das nervt dann doch sehr.

Nun also der Test des „Fritz!Fon MT-F“ von AVM mit deren Produkten ich ja bislang schon eine Menge „Spaß“ hatte.

Erstmal das Wichtigste vorab: es hält, was es verspricht – aber das reicht mir nicht.

Die Menüführung ist, für ein Nicht-Touchscreen-Gerät, erschreckend angenehm und logisch. Alles ist mit wenigen Tastendrücken zu erreichen. Gerade im Vergleich mit Geräten der Firma Siemens.

Die Einrichtung an der Fritz!Box 7390 war so einfach wie beschrieben: Telefon einschalten, an der Fritz!Box die DECT-Taste solange gedrückt halten, bis die Info-Leuchte grün blinkt. Der Rest geht erstmal automatisch.

Das als „hochwertiges Farbdisplay (180 ppi)“ beworbene Display ist… ganz OK. Ich bin allerdings auch von meinem iPhone 4 mit seinem Retina-Display enorm verwöhnt.

Die Akku-Leistung ist schon ziemlich gut. Ich habe es nicht vollständig ausprobiert, denke aber, dass die beworbenen 10 Stunden Gesprächsdauer durchaus erreichbar sind.

Ansonsten bietet das Gerät allerlei Spielkram, der einfach (über das Web-Interface der Fritz!Box) einzurichten ist: E-Mails, RSS-Reeds, Internetradio und Podcasts. Brauche ich alles nicht, habe ich nicht ausführlich sondern jeweils nur mal beispielhaft getestet. Wenn man’s braucht sicherlich eine super Sache. Ich habe dafür mein iPhone.

Überhaupt ist das Zusammenspiel mit der Fritz!Box erschreckend gut. So kann man zum Beispiel direkt vom Telefon aus ein Firmware-Update auf der Anlage anstoßen. Firmware-Updates auf dem Telefon selbst sind aber eher nervig: Updates werden über die Fritz!Box angefragt und dann von dort aus per DECT an das Telefon übertragen – und das dauert und dauert und dauert… und während das so dauert kann man mit dem Ding nicht telefonieren (es sei denn, das war Zufall und zu der Zeit hat meine Fritz!Box gerade mal wieder gesponnen).

Die Sprachqualität ist mit dem Ding wirklich ziemlich großartig. Deutlich besser als mit den Siemens-Dingern, die ich hier so liegen hatte. Die groß beworbene HD-Qualität erreicht man aber natürlich nur wenn beide Partien ein HD-fähiges Gerät haben. Und das dürfte momentan noch seltenst der Fall sein.

Schön auch, dass das Telefon das in der Fritz!Box hinterlegte Adressbuch sofort und ohne zu murren übernimmt. Bzw. vermutlich jedes Mal neu von der Fritz!Box ausliest. Denn vom Druck auf die Telefonbuchtaste bis zur entsprechenden Anzeige vergehen schon so handgestoppte 2,5 Sekunden. Für meinen Geschmack zu lange. Überhaupt dauert der Aufruf so manchen Menüs etwas länger als ich erwarten würde. OK, es dauert nicht wirklich länger als bei den Siemens-Konkurrenten – aber von einem „modernen“ Telefon hätte ich da mehr erwartet. Das Ding kostet jetzt 65€. Sollen sie doch gefälligst einen zügigeren Prozessor reinschrauben und den Preis auf 70€ erhöhen – die fünf Euro machen Kohl auch nicht mehr fett!

Schade ist, dass man zu den Kontakten nicht, wie auf der Packung suggeriert, Bilder hinterlegen kann. Laut AVM dient das Bild auf dem Karton lediglich dazu, zu verdeutlichen wie toll doch das Display ist und zeigt nicht das Feature „Kontaktfotos“ – das vielleicht noch mit einem Firmwareupdate nachgereicht wird.

Klingt soweit noch alles annehmbar? Jo, finde ich auch. Ganz schrecklich ist allerdings -und deshalb werde ich das Teil auch zurück schicken- die Verarbeitung.
Schon beim ersten Kontakt mit dem Gerät merkt man: aha, billigste Plastiksche**e. Es fühlt sich, im Gegensatz zu den Siemens-Dingern gleicher Preisklasse, nicht ansatzweise „wertig“ an. Und wenn man’s mal mit zwei Händen etwas fester anpackt, hat man sofort Angst, das neue erworbene Spielzeug durchzubrechen.

Die „Unwertigkeit“ und „Billigkeit“ des Geräts ist auch bei Gesprächen spürbar. Hält man die Hand nicht ganz still, fängt das Gerät schnell an in sich zu knarren und zu knarzen – und zwar so laut, dass es nicht nur einen selbst nervt, sondern auch den Gesprächspartner. Und das ist wirklich peinlich.
Nein, lieber Schlaumeier, das liegt nicht daran, dass ich Klodeckelhände und zuviel Kraft habe – ich habe noch drei weitere Personen mit dem Gerät telefonieren lassen. Alle haben das selbe „Phänomen“ festgestellt.

Ebenfalls minderwertig ist die Ladeschale des MT-F. Sie ist schlicht zu leicht. Wenn man das Gerät mal nicht ganz sachgemäß und vorsichtig zurück stellt, hat man gute Chancen, dass das ganze Gebilde umkippt.

Bei allen tollen Features, die das Gerät bietet – zum Telefonieren ist es so leider nicht geeignet. Schade, AVM.

Published inAllgemein

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